19. September 2019

NICHOLI ROGATKIN WAHRT CHANCE AUF „TRIPLE CROWN OF SLOPESTYLE“

Cworx_Innsbruck_

Innsbruck, ÖSTERREICH; Samstag, 24. Juni — Ein Cashroll Tailwhip beim Slopestyle? Die bloße Idee wäre dem US-Amerikaner Nicholi Rogatkin vor Crankworx Innsbruck wohl kaum in den Sinn gekommen. Doch nach einem fast perfekten Run von Brett Rheeder stand Rogatkin unter Zugzwang. Der Mann aus den USA musste alles riskieren, um den Sieg zu holen und damit seine Chance auf die legendäre „Triple Crown of Slopestyle“ zu wahren. Mit dem extrem schwierigen Cashroll Tailwhip hat er hoch gepokert – und gewonnen.

„Ich war eigentlich gar nicht richtig bereit für den Trick, aber ich brauchte halt ein Wunder! Ich musste ihn also probieren. Ich habe nicht richtig darüber nachgedacht. Das darf man ja auch nicht. Da haut man sich rein und hofft, dass alles gut geht“, so Rogatkin, der im ersten Run die Judges mit seinem besten Trick aus dem vergangenen Jahr, dem 1080, nur mäßig überzeugen konnte.

Wie immer feuerte Rogatkin während des Bewerbs auch die anderen Rider lauthals an und zeigte sich von den Tricks seiner Rivalen im Starterfeld beeindruckt.

Cworx_Innsbruck_Der 18-jährige Whip-Spezialist Emil Johansson (SWE), der als Gesamtführender der Slopestyle-Wertung in den Bewerb gestartet war, zeigte am Samstagnachmittag einige der größten und schwierigsten Moves. Der sympathische Schwede avancierte in seinem zweiten Run zum Publikumsliebling, als er bei seinem letzten Sprung vom Sattel abrutschte und trotzdem – mit dem Hintern auf dem Oberrohr – bis ins Ziel fuhr. Eine Woche nach seinem Podestplatz ging Szymon Godziek (POL) wieder volles Risiko ein, konnte seinen Frontflip Tailwhip aber nicht ganz sauber stehen. Der Sieger des Dual Speed & Style in Innsbruck am Donnerstag, Tomas Lemoine, sicherte sich mit einer persönlichen Bestleitung Rang drei.

Der Nachmittag sollte aber „Trick Machine“ Nicholi Rogatkin gehören.

„Die Judges sagen mir schon länger, dass ich schon sehr viele Tailwhips in meinen Runs habe. Das ist halt mein Trick. Wenn ich aber auch mit den anderen Tricks richtig Gas geben kann, dann mache ich das“, so Rogatkin. Damit definiert der US-Amerikaner die Slopestyle-Disziplin neu.

Was machte also den minimalen Unterschied von 0,36 Punkten zwischen dem Sieger Rogatkin und Rheeder auf Platz 2 aus? Laut Pierre Edouard Ferry und den anderen Judges war es vor allem die unglaubliche Airtime bei Rogatkins Tricks.

„Jetzt gibt es so etwas wie Stilrichtungen“, erklärt Ferry. „Da hat man auf der einen Seite Jungs wie Nicholi, die ihre eigenen Tricks zeigen. Und auf der anderen Seite gibt es Fahrer wie Semenuk, Rheeder und Lemoine, die viele Tricks einbauen, die wir schon länger kennen.“

Mit einem Opposite Cork 720 und einem 720 Barspin griff auch Brett Rheeder tief in die Trickkiste, doch auf den beiden Hips drehte er sich bei beiden Moves etwas zu weit um die eigene Achse und konnte sie nicht hundertprozentig sauber stehen. Dafür zeigte der Kanadier viele verschiedene Variationen – Switch, Regular, Front und Back – und machte trotz der heißen Temperaturen stets einen coolen Eindruck.

„Nicholi hat einen komplett anderen Ansatz. Es ist schwierig, sich darauf einzustellen. Er hat zum Beispiel keine Opposite-Tricks. Es sind die gleichen Tricks, doch kein anderer Fahrer macht diese Tricks“, zollte Rheeder seinem Bezwinger Respekt.

Für ihn und die anderen FMB-Athleten gilt es aber, das „Rätsel Rogatkin“ zu lösen – und zwar möglichst schnell.

„Jetzt geht es eher um den Gesamteindruck und den hohen Schwierigkeitsgrad – nicht so sehr um den Stil, wie das früher der Fall war“, so Rheeder. „Wir müssen alle überlegen, wie wir am besten damit umgehen.“

Für Rogatkin ist der Traum der Triple Crown of Slopestyle jetzt zum Greifen nah. Bei Red Bull Joyride in Whistler im kommenden August wird er vor 30.000 Fans die Chance haben, seinen dritten Slopestyle-Sieg bei der diesjährigen Crankworx World Tour zu holen. Rheeder hingegen hat jetzt keine Chance mehr auf die Triple Crown und wird vielmehr überlegen müssen, wie er mit einer neuen Strategie Rogatkin doch noch vom Thron stoßen kann.

„Heute wäre eigentlich mehr drin gewesen. Ich hätte zum Beispiel beim Boner Log einen besseren Trick zeigen können. Ich dachte aber, ich würde ihn gar nicht brauchen“, so Rheeder.

Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda:

Nicholi Rogatkin (USA)                 96,00
Brett Rheeder (CAN)                    95,66
Tomas Lemoine (FRA)                  89,33
Der Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda steht on demand auf Red Bull TV, sowie auf der Website Crankworx.com bereit.

Während Crankworx Whistler gibt es sieben LIVE-ÜBERTRAGUNGEN:

CLIF Bar Dual Speed & Style
Samstag, 12. August, 17:00-19:00 PST
Sonntag, 13. August, 02:00-04:00 CEST
Sonntag, 13. August, 12:00-14:00 NZST

Canadian Open Enduro presented by Specialized
Samstag, 13. August, 15:30-17:30 PST
Sonntag, 14. August, 00:30-02:30 CEST
Sonntag, 14. August, 10:30-12:30 NZST

Fox Air DH
Mittwoch, 16. August, 15:30-17:30 PST
Donnerstag, 17. August, 00:30-02:30 CEST
Donnerstag, 17. August, 10:30-12:30 NZST

Ultimate Pump Track Challenge presented by RockShox
Donnerstag, 17. August, 19:30-21:30 PST
Freitag, 18. August, 04:30-06:30 CEST
Freitag, 18. August, 02:30-04:30 NZST

GIANT Dual Slalom presented by 100%
Freitag, 18. August, 17:00-19:00 PST
Samstag, 19. August, 02:00-4:00 CEST
Samstag, 19. August, 00:00-02:00 NZST

Canadian Open DH presented by iXS
Samstag, 19. August, 13:00-15:00 PST
Samstag, 19. August, 22:00-00:00 CEST
Sonntag, 20. August, 08:00-10:00 NZST

Red Bull Joyride
Sonntag, 20. August, 10:30-13:30 PST
Sonntag, 20. August, 19:30-22:30 CEST
Montag, 21. August, 05:30-08:30 NZST

Alle vier Events der Triple Crown of Slopestyle gibt es LIVE und exklusiv auf Red Bull TV.

HERZSCHLAGFINALE DER DAMEN AUF DEM PUMPTRACK IN INNSBRUCK

Innsbruck, Österreich; Freitag, 23. Juni — Knapper geht’s nicht: In einem packenden Finale auf dem Pumptrack setzte sich am Freitagabend die Australierin Caroline Buchanan um wenige Zentimeter vor ihrer Rivalin Jill Kintner aus den USA durch.

Beim ersten der zwei Finalläufe waren die zwei Fahrerinnen laut der Anzeigetafel in der Arena mit 0,00 Sekunden Abstand ex aequo ins Ziel gekommen – erst ein paar Minuten später wurde von den Moderatoren durchgegeben, dass die US-Amerikanerin Kintner nach dem ersten Run laut offizieller Zeitnehmung um 0,006 Sekunden vorne war.

Cworx_Innsbruck_Doch im zweiten Lauf konnte sich die Australierin Caroline Buchanan knapp durchsetzen – um ganze 0,03 Sekunden. Im Ziel wurde sie von ihrem Verlobten Barry Nobles (USA) umarmt, der sich mit Rang 3 im Männerbewerb ebenfalls einen Podestplatz sichern konnte.

„Ich wusste, im Finale wird es extrem knapp. In die erste Kurve bin ich richtig reingesprungen und konnte so einen kleinen Vorsprung aufbauen. Auf der Zielgeraden kamen mir meine BMX-Skills zugute und ich konnte mich am Ende mit ein paar Manuals bis ins Ziel retten“, strahlte Buchanan um die Wette.

Die Rivalität zwischen Buchanan und Kintner zählt zu den Highlights der Crankworx World Tour 2017. Beide Fahrerinnen kommen ursprünglich aus dem BMX-Sport. Beide waren zweimal bei Olympia am Start – Buchanan sogar letztes Jahr in Rio. Beide konnten sich mehrmals in der Disziplin Pumptrack durchsetzen. Und die beiden Damen schenken sich keinen Zentimeter im Kampf um den Titel „Queen of Crankworx“ sowie um den Crankworx Pump Track World Title.

„Sportlich haben beide einen sehr ähnlichen Hintergrund – es ist fast so, als ob ich gegen mich selbst antreten würde“, so Kintner. Fast jedes Rennen zwischen ihnen, fügte sie hinzu, werde erst auf den letzten Metern entschieden.

Nicht ganz so knapp aber dennoch extrem spannend war der Bewerb der Männer, bei dem vor allem vier Athleten immer wieder um den Sieg fahren. Einer von ihnen ist Mitch Ropelato aus den USA. Der Franzose Adrien Loron, der sich am Freitagabend mit Platz 4 begnügen musste, ist auch ein Garant für das Finale oder Halbfinale. Dort trifft er nicht selten auf Barry Nobles – und in letzter Zeit auch auf Chaney Guennet (FRA). Erst letzte Woche zeigte der Franzose vor Heimpublikum in Les Gets eine starke Leistung und landete auf Platz 2. In Innsbruck kletterte er eine Stufe höher und holte sich den Sieg.

„Die Strecke ist richtig, richtig schwer – und so gefällt’s mir“, so Guennet, dessen kurze Sweat-Short im Fahrerfeld und im Publikum für Aufsehen gesorgt hatte – bis Mitch Ropelato in der Lederhose am Start stand.

Ein kleiner Fehler im Finale kostete Ropelato den Sieg. Im Gegensatz zu Guennet war die Strecke dem US-Amerikaner fast ein wenig zu leicht. Er forderte die Kursbauer auf, in Zukunft einen noch schwierigeren Parcours zu bauen, wo sich die Spreu vom Weizen trennen würde.

„Ich glaube, wir sollten weniger Zeit auf dem Boden und mehr Zeit in der Luft verbringen“, so Ropelato. „Zwischen den vier schnellsten Athleten ist es immer sehr knapp. Es kann jeder gewinnen. Da könnten ein paar Sprünge und andere Sachen vielleicht den Unterschied ausmachen. Sonst geht es immer nur darum, wer die wenigsten Fehler macht. Auf schwierigeren Strecken würden wir sehen, wer zum Beispiel mit großen Sprüngen und engen Stilkurven besser umgehen kann.“

Die Raiffeisen Club Pump Track Challenge presented by RockShox war der dritte Bewerb des fünftägigen Mountainbike-Festivals Crankworx Innsbruck. Das Programm für das Wochenende wurde wegen der Wettervorhersage für Sonntag umgestellt.

Alle Änderungen gibt es HIER auf Crankworx.com.

Raiffeisen Club Pump Track Challenge presented by RockShox Männer:
1. Chaney Guennet (FRA)
2. Mitch Ropelato (USA)
3. Barry Nobles (USA)

Raiffeisen Club Pump Track Challenge presented by RockShox Frauen:

1. Caroline Buchanan (AUS)
2. Jill Kintner (USA)
3. Geraldine Fink (SUI)

LETZTE LIVE-ÜBERTRAGUNG: Alle vier Events der Triple Crown of Slopestyle gibt es LIVE und exklusiv auf Red Bull TV zu sehen. Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda ist der letzte Bewerb in Europa. Das neue Programm für Samstag:

Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda
Samstag, 24. Juni, 12:00 – 14:30 MEZ
Samstag, 24. Juni, 15:00 – 17:30 PST
Samstag, 24. Juni 22:00 – Sonntag, 25. Juni 00:30 NZST

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