24. November 2017

Red Bull Rampage 2017

RedBullRampage
© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

VIRGIN, UTAH, USA – 1. NOVEMBER 2017 – In der nunmehr zwölften Ausgabe hat Red Bull Rampage einmal mehr seinen Status an der Spitze der Freeride Events unterstrichen. Wie bei Rampage üblich wurde den 20 eingeladenen Fahren nur der Start, das Ziel und die äußeren Grenzen vorgegeben. Alles was dazwischen lag mussten sich die Athleten zusammen mit ihren aus jeweils zwei Mann bestehenden „Dig-Teams“ selbst in die nahezu senkrechten Felswände der Wüste von Utah graben.

Nach 10 Tagen des Grabens, Bauens und Shapens im roten Navajo Sandstein und drei Tagen Training war es dann schließlich soweit und die Fahrer konnten der Welt die Früchte ihrer Arbeit präsentieren. Was folgte, war eine der spektakulärsten Demonstrationen des Freeridens in der Geschichte des Sportes. Dies sind die 5 Dinge, die wir bei Red Bull Rampage gelernt haben:

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© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

1. Utah liefert einmal mehr atemberaubendes Freeriden

Das Terrain in der Wüste von Utah ist einzigartig. Kein anderer Ort der Welt bietet eine vergleichbare Topografie in der Kombination mit solch feinem aber griffigen Dirt. Da der Event im selben Canyon wie 2016 abgehalten wurde, hatten die Fahrer die Möglichkeit weiter an ihren Lines aus dem Vorjahr zu arbeiten, ein neu hinzugefügter Berggrat gab den Fahrern außerdem zusätzliche Optionen. Die meisten Athleten entschieden sich jedoch dafür ihre existierenden Lines zu verbessern und weitere Sprünge und Drops hinzuzufügen, für die die Zeit 2016 nicht gereicht hatte.

Ohne sich großartig Sorgen um den Neubau der unteren Sektionen ihrer Lines machen zu müssen, arbeiteten Cam Zink (USA), Kyle Strait (USA) und Pierre „PEF“ Edouard Ferry (FRA) und ihre jeweiligen „Dig-Teams“ gemeinsam daran, die steilste und härteste Line in der Geschichte von Red Bull Rampage zu shapen. Andere Fahrer machten sich daran zusätzliche Sprünge auf den schmalen Berggrat und weitere Drops und Gaps zu bauen. Viele nutzen außerdem die Gelegenheit um kleinere Fehler in ihren Lines auszubessern und somit mehr Flow zu kreieren. Als Resultat zeigten die Fahrer am Finaltag nicht nur außerordentlich spektakuläre Runs, jeder einzelne brachte zudem mindestens einen kompletten Lauf den Berg hinab.

2. Die Jagd nach dem Rampage Hattrick

Mit den zweimaligen Rampage Gewinner Brandon Semenuk (CAN), Kurt Sorge (CAN) und Kyle Strait (USA) im Line-Up war die Jagd nach dem Rampage Hattrick eines der dominierenden Themen im Vorfeld des Events. Am Finaltag war es jedoch zunächst Cam Zink, der sich als vierter Starter mit einer Punktewertung von 90.33 an die Spitze des Feldes setzte. Zinks Run bestand unter anderem aus der steilsten Line, die je bei Red Bull Rampage gefahren wurde, dem größten Flatdrop-Backflip in der Geschichte des Freeridens, sowie einem weiteren Backflip und einem 360 am letzen Sprung.

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© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Zunächst gelang es keinem der Fahrer Zinks Wertung zu übertreffen, doch dann kam die Stunde von Kurt Sorge. Der Kanadier hatte mit einem Double-Drop und einem Backflip Tuck-No-Hander auf dem oberen Berggrat einen starken Start, dem er auf seinen weiteren drei trickbaren Sprüngen einen riesigen Backflip, einen Suicide No-Hander und einen Cork-Flip folgen ließ. Mit der resultierenden Wertung von 92.66 übernahm Sorge überlegen die Führung.

Obwohl jeder Fahrer es im zweiten Run noch einmal richtig krachen ließ, konnte Sorge und Zink zunächst niemand gefährlich werden. Und so standen am Ende nur noch die Beiden am Start. Zink war zuerst dran und wollte sich definitiv nicht mit dem zweiten Platz zufriedengeben, doch nach einem weiteren starken Lauf beendete eine unsichere Landung nach einem Frontflip am letzten Sprung seine Titelaspirationen. Als Resultat gewann Kurt Sorge Red Bull Rampage 2017 und ging als erster dreifacher Sieger des härtesten Events im Mountainbiken in die Geschichte des Sportes ein.

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3. Wahnsinnige Runs, atemberaubende Tricks und spektakuläre Drops

Red Bull Rampage 2017 fühlte sich zweitweise an wie ein einziger Highlight-Reel an. Da jeder einzelne Fahrer mindestens einen kompletten Run den Berg hinunterbrachte, war es zudem eines der engsten Finale der Rampage Geschichte. Lediglich drei Punkte trennten den dritten vom neunten Platz, was veranschaulicht wie hoch das Niveau dieses Jahr war. Highlights waren die unglaublich steile Line von Ferry, Zink und Strait sowie die Variation dieser Line

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© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

von Andreu Lacondeguy (ESP), Vincent Tupin (FRA) und Bas van Steenbergen (CAN), die unglaublich stylishen Opposite 360s von Thomas Genon (FRA) und der gewaltige Caveman-Drop von Tom van Steenbergen (CAN).

4. Freeride vs Slopestyle vs Race

Wie bei jeder Ausgabe von Red Bull Rampage waren im Line-Up Fahrer aus unterschiedlichen Disziplinen vertreten. Manche, wie Darren Berrecloth (CAN) oder Kyle Strait, sind reinrassige Freerider, andere, wie Thomas Genon oder Brett Rheeder, sind Top-Slopesytleathleten, während Fahrer wie Logan Binggeli (USA) und Bas van Steenbergen aus den Renndisziplinen kommen. Abgesehen von dem einzigartigen und herausfordernden Terrain, ist es diese Mischung aus Athleten aus verschiedenen Disziplinen, die Red Bull Rampage so einzigartig macht. Während die Slopestyle-Fahrer nach Möglichkeiten suchen möglichst viele Tricks zu zeigen und die Racer versuchen den schnellsten Weg vom Berg zu finden, suchen die Freerider nach den steilsten Lines, größten Sprüngen und waghalsigsten Drops.

Das Resultat ist ein Event, bei dem ein Slopestyle-Athlet wie Antoine Bizet (FRA) mit einem Frontflip, einem Backflip und einen Double-Backflip ein wahres Trickfeuerwerk abfeuert – ein Run, der ihm den People’s Choice Award einbrachte – während ein ehemaliger Racer wie Pierre Edouard Ferry (auch PEF genannt) die steilste Line auf dem Berg mit halsbrecherischer Geschwindigkeit in Angriff nimmt.

Auf dem Podium standen jedoch diejenigen, die es vermochten eine Line zu bauen und erfolgreich zu bezwingen, die das Beste all dieser Elemente vereinte. Passenderweise wählten die Fahrer selbst dann allerdings PEF für seinen Mut die extrem steile Rinne am Start als erstes auszuprobieren, sowie seiner außergewöhnlich positiven Einstellung zum Mountainbiken, zum Gewinner des Kelly McGarry Spirit Awards.

5. Der Hometown Hero liefert

Reed Boggs und Ethan Nell (beide USA) hinterließen bei ihrer ersten Red Bull Rampage Teilnahme gleich einen bleibenden Eindruck. Boggs, der kürzlich extra für das Freeride-Terrain nach Utah zog, shapete eine Line, die Gewinnpotenzial hatte. Unglücklicherweise kam er allerdings im Training bei einem Sprung über seinen Canyon-Gap einige Zentimeter zu kurz und musste das Finale mit einer Schulterverletzung aussitzen.

Ethan Nell wuchs in Sichtweite der Rampage Location auf, war jedoch vor dem diesjährigen Event nur Insidern bekannt. Der 20-Jährige fühlte sich auf dem schwierigen Terrain sichtlich wohl und löste mit einem soliden ersten Lauf Begeisterung bei den Zuschauern aus. In seinem zweiten Lauf erhöhte er den Schwierigkeitsgrad noch einmal erheblich und zeigte einen Flatspin 360 sowie einen Backflip auf dem oberen Grat, einen gewaltigen Suicide No-Hander über den größten Drop seiner Line und einen weiteren Flatspin 360 zum Abschluss. Die Wertung von 90.00 Punkten katapultierte ihn auf den dritten Platz und versetzte die Zuschauermenge in Extase.

Mit jungen Fahren wie Ethan Nell und Reed Boggs brauchen wir uns in nächster Zeit definitiv keine Sorgen über die Zukunft des Freeridens machen.

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