24. November 2017

UCI Mountain Bike World Cup 2016 in Lenzerheide

MTB World Cup in Lenzerheide bringt Zuschauer zum Ausflippen - Historischer Tag für Danny Hart

UCI Worldcup Lenzerheide 2016

Die zweite Auflage des UCI Mountain Bike World Cup Stopps in Lenzerheide brach alle Rekorde. Bei strahlendem Sonnenschein enden spannende Tage des UCI Mountain Bike World Cup „auf der Lenzerheide“. Nicht zuletzt das warme Sommerwetter, die starken Rennen und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm lockten rund 18.000 Zuschauer aus dem In- und Ausland an – ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr. OK-Präsident Christoph Müller zeigt sich mehr als zufrieden und bringt es kurz und knapp auf den Punkt: „Es war einfach nur geil.“ Die Bündner Ferienregion freut sich schon jetzt auf das Wochenende vom 7. bis 9. Juli 2017, wenn sie wieder die weltbesten Athleten des UCI Mountain Bike World Cup begrüßen darf.

In letzter Sekunde: Danny Hart holt sich ersten World Cup Sieg in Lenzerheide

Vor den Augen von tausenden von Zuschauern ließ Danny Hart das UCI Mountain Bike DHI World Cup Rennen zum Krimi werden. Der Sieg war Aaron Gwin schon so gut wie sicher, doch der 24-jährige Brite holte in den letzten Metern alles aus sich und seinem Bike heraus und verwies Gwin auf Platz 2. Nach zwei dritten Plätzen in Lourdes und Fort William schrieb Danny nun endlich Geschichte und holte sich in Lenzerheide seinen verdienten ersten World Cup Sieg. Bei den Damen konnte Rachel Atherton ihren Siegeszug fortsetzen und verbucht nun ihren 11. Sieg in Folge auf ihr World Cup Konto. Ein starkes Comeback feierte die Französin Myriam Nicole, die bei ihrem ersten World Cup in diesem Jahr auf Platz 3 landete.

Historischer Tag für Danny Hart

UCI Worldcup Lenzerheide 2016
Danny Hard auf dem Weg zum Sieg

Spannender hätte ein Rennen wohl kaum aussehen können. In seiner zweiten Auflage nach 2015 lieferten sich die Downhill-Piloten ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Auf dem schnellen, intensiven Track fuhren sie volles Risiko und brachten die Stimmung zum Kochen. Aaron Gwin gab trotz oder gerade wegen seines gestrigen Sturzes alles und löste Brendan Fairclough bereits im ersten Split vom Hot Seat ab. Lange konnte er es sich darauf bequem machen, bis der Vorjahressieger Greg Minnaar (RSA) die Strecke herunterdonnerte und ihm gefährlich nahe kam. Doch ganz reichte es für den Sieg nicht. Fast sah es für einen weiteren Triumph für den 28-jährigen Amerikaner aus. Bis Danny Hart in sprichwörtlich letzter Sekunde dessen Zeit um 0.096 Sekunden toppte. Ein historischer Tag für den World Champion von 2011, dem der Sieg bei einem World Cup bisher verwehrt blieb. „Das ist wie ein Befreiungsschlag für mich“, resümierte der glückliche Gewinner, „ich wusste, wenn man es konstant aufs Podium schafft, dann ist ein Sieg nicht mehr weit. Und heute war der Beweis dafür.“


Tahnee Seagrave macht’s spannend

Die Damen machten es nicht weniger spannend. Die Schweizerin Emilie Siegenthaler durchquerte die Ziellinie in 3:42.461 Minuten unter dem tosenden Beifall der heimischen Zuschauerinnen und Zuschauer und konnte lange Zeit ihren Platz auf dem Hot Seat verteidigen. Erst die Britin Manon Carpenter stieß sie vom Thron. Für die Australierin Tracey Hannah verlief das Rennen nicht so wie erhofft – sie crashte. Die Französin Myriam Nicole hingegen setzte nach ihrer langen Verletzungspause ein Ausrufezeichen. Bei ihrem ersten UCI World Cup Rennen in diesem Jahr legte sie einen sensationellen Run hin und feiert ihren dritten Platz: „Es ist super, mit einem dritten Platz zurückzukehren und bei den nächsten Rennen freue ich mich darauf, noch besser zu fahren.” Die beiden Britinnen Rachel Atherton und Tahnee Seagrave lieferten sich ein nervenaufreibendes Duell. Nach einer leicht verpatzten Qualifikation gab die unangefochtene Weltcup-Führende Rachel Atherton bereits vom Start weg mächtig Gas und gelangte einmal mehr auf den Hot Seat. Tahnee Seagrave konnte daran nicht mehr rütteln und musste sich mit nur 0.707 Sekunden Rückstand geschlagen geben. Somit konnte Rachel Atherton ihren Siegeszug weiter fortführen und bleibt seit elf Rennen ungeschlagen: „Der Track hier in Lenzerheide ist wirklich hart für mich. Ich wusste, dass es knapp werden würde. Tahnee war die ganze Zeit so nah an mir dran und ich habe sie nur um Haaresbreite geschlagen. So soll es sein: super spannend.”

Finn Iles weiter auf Erfolgskurs
Bei den Junioren konnte der 16-jährige Kanadier Finn Iles auf dem 2,2 km langen Track im Lenzerheide Bikepark einmal mehr beweisen, dass ihm eine glorreiche Zukunft bevorsteht. Er machte mit satten 2.636 Sekunden Vorsprung den ersten Platz klar – sein dritter World Cup Sieg in diesem Jahr. Ihm folgten der Brite Elliott Heap und der Franzose Gaetan Vige auf Platz 2 und 3.

Für Grund zum Jubeln sorgten am Sonntag (10.07.2016) die beiden Schweizer Lokalhelden Jolanda Neff und Nino Schurter, die beide einen Podiumsplatz erkämpften. Der amtierende XCO World Champion Schurter gab alles und fuhr unter tosendem Beifall als Erster bei den Men Elite über die Ziellinie. Jolanda Neff schaffte es bei den Women Elite trotz Rückenproblemen hinter Jenny Rissveds (SWE) und Annika Langvad (DEN) auf Platz 3. Bei den Men U23 hatte Titouan Carod (FRA) die Nase vorne, bei den U23 Women die Schweizerin Sina Frei.

Heimsieg für Schurter
UCI Worldcup Lenzerheide 2016Sie kämpften mit der Hitze, teilweise mit der Höhe und auch mit sich selbst. Unter den Zurufen von tausenden von Zuschauern holten die 66 Starter der Men Elite beim vierten Cross-Country-Weltcup-Rennen in dieser Saison in den 32,5 Kilometern, verteilt auf acht Runden, alles aus sich heraus. Zunächst schien ein Sieg des Publikumslieblings Nino Schurter ungewiss, nachdem er beim Start im wahrsten Sinne nicht in die Gänge kam. Zunächst gab Vorjahressieger Jaroslav Kulhavy (CZE) den Ton an, wurde aber im dritten Lap durch einen Platten kurzzeitig außer Gefecht gesetzt. Schurter nutzte diese Gelegenheit und zog an ihm vorbei. Ihm auf den Fersen war der Franzose Maxime Marotte, der es aber nicht schaffte, Schurter gefährlich nahe zu kommen. Julien Absalon (FRA) hatte in dem Geschehen aber auch noch ein Wörtchen mitzureden. Nach einer Up- and Down-Fahrt fand er seinen Rhythmus und heftete sich ab dem sechsten Lap an den Hinterreifen seines Landsmannes. In der Schlussrunde überholte er Marotte und verwies ihn auf den dritten Platz. Schurter fuhr nach 1:27:26 h über die Ziellinie und machte damit seinen dritten Weltcup-Sieg in dieser Saison klar. „Ich hatte beim Start eine Schrecksekunde. Ich bin nicht richtig ins Pedal gekommen und hatte Schiss, dass es zu viel Anstrengung braucht, um nach vorne zu kommen. Ich habe es dann aber irgendwie geschafft. Es ist cool, vor heimischen Publikum zu gewinnen – ein super Gefühl!“ Mit seinem starken Auftritt in Lenzerheide beweist der 30-Jährige einmal mehr, dass er bereit für olympisches Gold ist.

Überraschung bei den Frauen
Bei den Damen galt es den Track in sieben Runden auf einer Gesamtlänge von 28,4 km zu bezwingen. Die Kanadierin Catharine Pendrel erwischte einen guten Start und führte die Gruppe an, dicht gefolgt von der frisch gebackenen Women Elite XCO-Weltmeisterin Annika Langvad (DEN). Doch es war die ebenfalls vor einer Woche gekürte Women U23 XCO-Weltmeisterin Jenny Rissveds (SWE), die in der zweiten Runde die Führung übernahm. Der dritte Lap brachte einige Änderungen mit sich. Langvad konnte Rissveds Überholmanöver nicht auf sich sitzen lassen, griff an und ging in Führung. Lokalheldin Jolanda Neff, die noch immer von Rückenschmerzen geplagt wird, kämpfte sich von Position 7 auf den 3. Platz vor, den sie bis zum Ende verteidigen konnte. Für Pendrel wurde die Sektion „Heidi’s Hell“ zu „Pendrel’s Hell“, als sie auf einer Wurzelpassage stürzte und damit ihre Hoffnung auf eine Podiumsplatz begraben musste. In der fünften Runde machten es die Fahrerinnen noch einmal mehr spannend. Zunächst hing Neff am Hinterreifen von Rissveds, setzte zum Angriff an. Doch die Schwedin zog das Tempo an, das Neff nicht halten konnte. In der sechsten Runde schafft Rissveds ihren Durchbruch, überholte Langvad und fuhr davon. Somit sicherte sich die 22-Jährige ihren ersten Women Elite World Cup Sieg, gefolgt von Langvad auf Platz 2 (+1:08) und Neff (+1:32). „Es war ein unglaublicher Tag für mich”, resümiert die Gewinnerin. „Der Kurs in Lenzerheide macht richtig Spaß, er ist sehr intensiv und es ist extrem wichtig, die Geschwindigkeit zu halten. Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich heute hier meinen ersten Weltcup-Sieg in dieser Kategorie erreichen konnte.“
Die tausenden von Fans feierten den dritten Platz „ihrer“ Jolanda als wäre es ein erster. Die 23-Jährige ist ebenfalls sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis: „Der Rücken hat gelitten, aber es war viel besser als letzte Woche. Es war wirklich unglaublich, hier fahren zu können und ich glaube, meine Freunde und Fans haben mich noch mal richtig gepusht.“

Die Stars von morgen bei den U23-Rennen
Bei den Men U23 konnte sich der Franzose Titouan Carod vom Rest der Menge absetzen. Er dominierte das Feld und fuhr nach 1:16:03 h über die Ziellinie. Ihm folgten Simon Andreassen (DEN) und Samuel Gaze (NZL) aufs Podium. Die Women U23 bildeten den krönenden Abschluss des Weltcup-Wochenendes in Lenzerheide. Hier hatte die Schweizerin Sina Frei die Nase vorne und fuhr mit einer Zeit von 1:22:12 ihren Konkurrentinnen davon. Sie beendete 0:42 Sekunden vor Kate Courtney(USA) ihren Lauf. Anne Tauber (NED) rundete das Podium ab.

 

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