CLEW Independence 1.0 – Eine der schnellsten Step-in-Bindungen der Welt
Es war März 2017, der Schnee ist schwer und feucht, die Sicht schlecht. Für Jakob Schneider und Johannes Weckerle – Entwicklungsingenieure und leidenschaftliche Snowboarder – ist der Tag auf der Piste gelaufen. Wie so oft stellen sie fest: Snowboarden macht müde, man ist nass und erschöpft – deutlich mehr als Skifahrer:innen. Während sie ihre Boards schultern, beobachten sie einen Skifahrer, der ganz selbstverständlich wieder in seine Bindung steigt: vorne einhaken, hinten auftreten, fertig. Ein Gedanke lässt sie nicht mehr los: Warum sollte dieses Prinzip nicht auch mit Softboots beim Snowboarden funktionieren?
Zu dieser Zeit gilt in der Snowboardbranche: Klicksysteme funktionieren nur mit speziellen Boots, die integrierte Einrast- und Versteifungselemente besitzen. Das schränkt sowohl die Bootwahl als auch das Fahrgefühl ein. Heckeinstiegsbindungen bieten zwar einen anderen Ansatz, werden von einigen Fahrer:innen jedoch als weniger direkt und präzise sowie unbequem empfunden.
Die Community als Ausgangspunkt
Bevor Jakob und Johannes an eine konkrete Lösung gehen, befragen sie über 100 aktive Snowboarder:innen. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Wunsch nach einer neuen, besseren Bindung ist groß. Auf Basis des Feedbacks entstehen mehrere Konzepte – eines davon bildet schließlich die Grundlage des späteren Clew-Systems. Die Besonderheit: Ein Teil der klassischen Ratschenbindung lässt sich vom Baseplate-System trennen und während der Liftfahrt direkt am Boot tragen. Erste Tests mit einem einfachen Prototyp zeigen schnell, dass der kleine Absatz unter der Sohle beim Gehen kaum stört. Im Gegenteil: Das am Schuh befestigte Highback erleichtert sogar das Tragen und Greifen des Boards – ein unerwarteter, aber willkommener Nebeneffekt.
Clew richtet sich von Beginn an, an Snowboarder:innen, die Wert auf maximale Performance auf der Piste, im Tiefschnee und beim Carven legen. Wie die neuen Werbevideo zeigen, funktioniert diese Bindung aber inzwischen auch im Snowparks und in der Halfpipe sehr gut.
Nach der Patentanmeldung suchen die Erfinder das Gespräch mit etablierten Herstellern. Wochenlang pitchen sie ihre Idee – doch keine Marke ist bereit, in die Entwicklung zu investieren.
Do it yourself
Statt aufzugeben, gründen Jakob und Johannes gemeinsam mit Matthias Albrecht und Jan Mewis ihr eigenes Unternehmen und sichern sich die Marke Clew. Die folgenden Monate sind geprägt von Aufbruchsstimmung und Rückschlägen. Jede neue Iteration bringt Fortschritte, aber auch neue Herausforderungen. Die Finanzierung bleibt ein ständiges Thema, ebenso grundlegende Fragen: Welche Komponenten lassen sich zukaufen, ohne abhängig zu werden? Und wie stellt man sicher, dass die Mechanik auch bei Eis, Kälte und Schmutz zuverlässig funktioniert?
Schritt für Schritt arbeiten sich die Gründer voran. Sie bauen eigene Prüfstände, schicken Prototypen an Snowboardlehrer:innen und holen regelmäßig Feedback von Profiathlet:innen ein. Bis Mitte 2019 entstehen über zehn Entwicklungsstufen, ehe der entscheidende Durchbruch gelingt und das anfängliche Vereisungsproblem gelöst wird. Im selben Jahr erhält Clew die Möglichkeit, sich in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren. Die Ausstrahlung im Oktober 2019 sorgt für große Aufmerksamkeit – ein Investment kommt jedoch nicht zustande. Den Investoren erscheint der Markt zu klein, die Bewertung zu ambitioniert.
Trotzdem bringen die Gründer im Dezember 2019 eine erste Kleinserie auf den Markt, finanziert durch Eigenmittel und den Verkauf von 25 Prozent der Firmenanteile. Es bleibt bis heute die einzige Finanzierungsrunde. Der Markt reagiert überwältigend: Clew ist seitdem jede Wintersaison ausverkauft – trotz stetig steigender Produktionszahlen und ganz ohne künstliches Wachstum.
Made in Germany – als Überzeugung
Für das Team steht von Anfang an fest: Clew wird vollständig in Deutschland entwickelt und gefertigt. Konstruktion, Tests und Serienproduktion greifen nahtlos ineinander. Das ermöglicht schnelle Anpassungen, flexible Stückzahlen und eine kompromisslose Qualitätskontrolle. Neue Ideen werden direkt umgesetzt – ohne lange Entscheidungswege. Oder wie die Gründer sagen: „Wir setzen um, was wir für richtig halten, weil wir unabhängig sind.“
Auch der gesamte Produktlebenszyklus wird mitgedacht. Clew-Bindungen sind reparaturfreundlich, langlebig und wartungsarm – auch über die Garantie hinaus. Ersatzteile sind günstig und schnell verfügbar, der hauseigene Kundenservice reagiert oft noch am selben Tag.
Ein bewusst anderer Vertriebsweg
Im Vertrieb geht Clew einen ungewöhnlichen, aber klaren Weg. Statt auf große Onlineplattformen oder aggressive Rabattaktionen zu setzen, arbeitet die Marke mit rund 170 unabhängigen Snowboardshops zusammen – alle zu gleichen Konditionen, unabhängig von Größe oder Abnahmemenge. Die Überzeugung dahinter: „Keine Website ersetzt ehrliche Beratung im Shop. Lokale Händler sind das Rückgrat der Snowboardkultur.“ Dieser Ansatz findet in der Szene großen Zuspruch, weil er Gemeinschaft stärkt statt nur Absatz zu erzeugen.
Klar positioniert
Im Marketing kombiniert Clew klassische Maßnahmen mit langfristigen Partnerschaften, unter anderem mit bekannten Persönlichkeiten wie Kevin Pearce. Auf seinem YouTube-Kanal SnowboardProCamp nimmt er Millionen Zuschauer:innen mit auf seine Reisen rund um den Globus – bei über 150 Snowboardtagen im Jahr stets mit Clew-Bindungen unterwegs.
Inhaltlich bleibt die Marke konsequent: Während viele Wettbewerber stark auf den Funpark fokussiert sind, setzt Clew auf direkte Kraftübertragung, Stabilität und Kontrolle. Die Bindung ist bewusst etwas steifer konstruiert und verzichtet auf übermäßige Dämpfung, um ein präzises Fahrgefühl zu ermöglichen – besonders beim Carven und im anspruchsvollen Gelände.
Auch das Design ist ein Statement. Statt verspielter Oberflächen, auffälliger Materialmixes oder komplexer Lackierungen setzt Clew auf eine reduzierte, klare Formensprache. Das polarisiert – und genau das ist gewollt.
Bei Materialwahl und Verarbeitung gibt es keine Abstriche. Clew verwendet ausschließlich hochwertige Hochleistungspolymere mit faserverstärkten Anteilen. Allein das Rohmaterial kostet deutlich mehr als vergleichbare Kunststoffe aus asiatischer Produktion. Hinzu kommen strenge Qualitäts- und Umweltauflagen sowie hohe Fertigungsstandards in Deutschland. Aus Sicht des Teams rechtfertigt das die Positionierung im Premiumsegment. „Wir könnten höhere Margen erzielen, wenn wir auslagern würden – aber unsere Leidenschaft liegt darin, selbst tief in den Prozessen zu stecken und sie ständig weiterzuentwickeln.“
Fazit: Stay independent
Clew zeigt, was möglich ist, wenn technisches Know-how, Community-Nähe und echte Fertigungstiefe zusammenkommen. Die Independence 1.0 steht sinnbildlich für diesen Anspruch: Fortschritt ohne Kompromisse, Komfort ohne Systemzwang und Performance ohne unnötigen Schnickschnack.
Weitere Informationen unter clew-snowboarding.com und demnächst bei uns unter
www.x-aces.com
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