FIS Freeride World Tour Georgia Pro 2025: Spektakuläre Freeride-Action am Kakhiani
- Siege für Marcus Goguen, Zuzanna Witych, Noémie Equy und Cody Bramwell. Valentin Rainer (AUT) und Lena Kohler (GER) stürzen, Timm Schröder (GER) Sechster und Tiemo Rolshoven (GER) Zwölfter.
- Der 2. Georgia Pro zementiert seinen Ruf als erstklassiger Freeride-Event
- Mit seinem steilen Gelände, technischen Features und frischem Tiefschnee fordert der Kakhiani die Rider zu Höchstleistungen heraus
MESTIA, Georgien – 1. März 2025: Beim vierten Stopp der FIS Freeride World Tour by Peak Performance 2025 (FWT) mussten sich die Athletinnen und Athleten auf dem technisch anspruchsvollen Kakhiani inmitten des Kaukasus beweisen. Auf einer festen Schneeunterlage, die von einer frischen Schicht Neuschnee bedeckt war, und bei extremer Kälte mussten die Fahrerinnen und Fahrer beim Georgia Pro Geschwindigkeit, Flüssigkeit und Kontrolle ins Gleichgewicht bringen, um erfolgreiche Runs auf den Hang zu zaubern.
Während der wetterbedingten Verzögerung machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Beste aus ihrer Zeit in Georgien, tauchten in die lokale Kultur ein und gewöhnten sich an das einzigartige Gelände. Doch die Anspannung war groß, schließlich war dieser Stopp der letzte vor der Etappe in Fieberbrunn, nach dem ein Cut gemacht wird und die Finalisten feststehen.
Von massiven Freestyle-Tricks bis hin zu taktischen Highspeed-Läufen war beim Georgia Pro alles zu sehen. Der Event sorgte für teilweise dramatische Veränderungen in der Gesamtwertung und bereitete die Bühne für einen intensiven Kampf um die letzten Plätze in den FWT Finals.
Aufregende Runs und herausragende Performances am Kakhiani
Snowboard Herren: Cody Bramwell mit denkwürdiger Leistung
Cody Bramwell (GBR) zeigte sich genau dann in Bestform, als er es am meisten brauchte. Nach einem bisher mediokren Saisonverlauf eröffnete er seinen Run mit einem riesigen Backflip und einem 360 von einer Wächte. Bramwell zeigte einen schnellen, kontrollierten und fehlerfreien Lauf, der ihm 85,67 Punkte und seinen ersten Saisonsieg einbrachte.
Liam Rivera (SUI) sammelte mit einem Double Cliffdrop und einem Backside 360 71,33 Punkte und wurde Zweiter. Platz drei ging mit 67,33 Punkten an Victor de Le Rue (FRA), der einen sauberen Backside 360 und einen Double Cliffdrop landete.
Timm Schröder (GER) beendete den Contest als Sechster. Der Bad Tölzer ging als letzter Snowboarder an den Start und suchte sich eine originelle Linie, die kein anderer Rider zuvor versucht hatte. Der 26-Jährige begann seinen Run mit einem Double Cliffdrop, stürzte jedoch leider nach einem hohen Sprung. Mit dem folgenden 360 erhöhte er seine Wertung noch einmal auf 63,83 Punkte. In der Gesamtwertung liegt Schröder nun auf Platz fünf.
„Ich fing schon an, die Hoffnung zu verlieren und dachte, ich würde vielleicht nie wieder gewinnen. Aber heute hat alles zusammengepasst. Ich wollte einen fehlerfreien Lauf hinlegen, und zum Glück hat es geklappt.“
– Cody Bramwell, Sieger Snowboard Herren Georgia Pro 2025
Snowboard Damen: Noémie Equy baut ihre Führung aus
Mit einer flüssigen und selbstbewussten Fahrt bewies Noémie Equy (FRA), warum sie die Rangliste anführt. Sie kombinierte lässige Turns in einer Rinne mit einem perfekt gelandeten Frontside 360 von einer Wächte. 79,00 Punkte reichten für ihren zweiten Saisonsieg.
Michaela Davis-Meehan (AUS) wählte eine technisch und stilistisch anspruchsvolle Linie und sprang einen kontrollierten Air, was ihr 70,33 Punkte und damit den zweiten Platz einbrachte. Núria Castán Barón (ESP) raste den Kakhiani schnell, sauber und kontrolliert herab und wurde mit 69,33 Punkten Dritte.
„Ich bin superhappy über diesen Sieg. Ich hatte mich sehr auf diesen Stopp gefreut, weil ich Georgien entdecken wollte, und der Hang war wirklich unglaublich. Ich war mit meiner Linienwahl zufrieden und habe einen 360 gelandet, was trotz einiger Fehler am Ende den Unterschied ausgemacht hat.
Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“ – Noémie Equy, Siegerin Snowboard Damen Georgia Pro 2025 Ski Damen: Zuzanna Witych mit erstem Saisonerfolg
Zuzanna Witych (POL) hatte vor dem Event in Georgien nur einen dritten Platz vorzuweisen und musste um die Finalteilnahme zittern. Doch unter Druck gelang ihr eine schnelle, saubere und technisch anspruchsvolle Linie durch steiles, felsiges Terrain. Sie landete zwei saubere Airs und gewann mit 77,00 Punkten.
Jenna Keller (SUI) holte mit kluger Linienwahl und starker Ausführung 73,67 Punkte und folgte auf Platz zwei. Dritte wurde Taylor Dobyns (USA), die dank ihrer Präzision und eines dreifachen Cliffdrops 68,67 Punkte erhielt und damit zum ersten Mal in ihrer Karriere auf dem FWT-Podium stand.
Lena Kohler (GER), die in ihrem ersten Jahr auf der FWT zuletzt mit zwei dritten Plätzen geglänzt hatte, zeigte zunächst einen gelungenen Auftritt mit einem Cliffdrop und sicheren Schwüngen, stürzte dann aber nach einem weiteren Sprung, verlor die Ski und blieb daher ohne Wertung. Im Gesamtranking fällt
die Memmingerin, die in Innsbruck lebt, auf Rang sechs zurück.
„Dieser Sieg fühlt sich großartig an – vor allem, nachdem die letzten beiden Contests für mich nicht wie geplant verlaufen waren. Die Konkurrenz war heute unglaublich stark. Dass ich mit solch inspirierenden Athletinnen fahren durfte, macht diesen Sieg noch spezieller. Außerdem haben die wunderschönen Berge, die uns hier umgeben, alles zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.“
– Zuzanna Witych, Siegerin Ski Damen Georgia Pro 2025
Ski Men: Marcus Goguen holt den zweiten Sieg in Folge
Trotz einer Erkrankung lieferte Marcus Goguen (CAN) einen nahezu perfekten Lauf ab, bei dem er einen 360 mit einem gewaltigen Cork 720 verband und beide sauber landete. Er krönte seinen Lauf mit einem stilvollen Grab und holte sich mit 92,33 Punkten seinen zweiten Sieg in Folge, wodurch er seine Führung in der Gesamtwertung ausbaute.
Martin Bender (SUI) konnte sich mit einem gewaltigen 360 und einem sicher ausgeführten Backflip mit 90,33 Punkten den zweiten Platz sichern. Virgile Didier (FRA) zeigte zwei massive Backflips, navigierte selbstbewusst durch technisches Gelände, holte 89,17 Punkte und sicherte sich damit den dritten Platz und seinen ersten Podiumsplatz in seiner Karriere.
Valentin Rainer (AUT) aus Mils, nach einem zweiten und zwei vierten Plätzen vor dem Georgien-Event Zweiter der Gesamtwertung, stürzte kurz nach dem Start nach einem gewaltigen Backflip von einem hohen Felsen, verlor die Ski und wurde daher nicht gewertet. In der Rangliste liegt er nun auf Rang drei.
Tiemo Rolshoven (GER), vor dem Event Siebter der Wertung, stand drei 360s, verpasste jedoch eine bessere Wertung durch eine unsaubere Landung bei einem Cork 720. 55,00 Punkte reichten nur zu Platz zwölf, im Ranking fällt Rolshoven auf Rang neun zurück.
„Ich versuche immer geschmeidig zu landen, aber darüber hinaus gehe ich immer auch an meine Grenzen und versuche, mich bei jedem Contest zu verbessern. Die Berge hier in Georgien sind spektakulär und anders als alles, was ich bisher gesehen habe. Ich hoffe, dass ich hierher zurückkehren kann, um mehr von diesem unglaublichen Terrain zu erkunden.“
– Marcus Goguen, Sieger Ski Herren Georgia Pro 2025
Jetzt geht’s weiter nach Fieberbrunn: Danach folgt der Cut
Nach dem Georgia Pro richtet sich die Aufmerksamkeit der FWT nun auf den Fieberbrunn Pro in Österreich, den letzten Stopp vor dem Cut. Nur die besten Fahrerinnen und Fahrer werden sich für die FWT Finals qualifizieren, sodass am Wildseeloder viele Entscheidungen fallen werden. Mit fortschrittlichen Freestyletricks, technischen Runs und intensiven Rivalitäten erwartet das Publikum in Fieberbrunn ein echtes Feuerwerk des Freeridens, wenn die Athletinnen und Athleten darum kämpfen, ihren Traum vom FWT-Titel am Leben zu erhalten.
Das Wetterfenster beim Fieberbrunn Pro liegt zwischen 8. und 13. März. Aktuelle Informationen und Weltklasse-Freeride-Action erhält man unter freerideworldtour.com und auf den Social-Media-Kanälen der FWT.