KÜHTAI FEIERTE GEBÜHRENDE PREMIERE FÜR FWT JUNIOR 3* FREERIDE CONTEST
Das Kühtai wurde vergangenes Wochenende zur Bühne für die Stars von morgen: Die Kühtai Freeride Open by Innsbruck Tourismus veranstaltet von der Freeride Academy Innsbruck, ging bei besten Bedingungen erfolgreich über die Bühne. Ursprünglich für Anfang Jänner geplant, musste der Bewerb schneebedingt verschoben werden – eine Entscheidung, die sich mehr als gelohnt hat. Nach kräftigem Schneefall am Wochenende zuvor präsentierte sich das Face in hervorragendem Zustand, und am Contesttag ließen bluebird-Bedingungen die Freeride-Herzen bei den Youngsters höherschlagen.
Bereits zum dritten Mal wurden die Kühtai Freeride Open by Innsbruck Tourismus im Freeride-Mekka Kühtai ausgetragen – nur rund 40 Minuten von Innsbruck entfernt und bekannt für sein hochalpines Gelände. Heuer gab es zudem eine Premiere: Erstmals wurde der Bewerb als offizielles FWT Junior 3* Event gewertet, was die Bedeutung des Contests im internationalen Nachwuchs-Freeride-Kalender weiter unterstreicht.
Anspruchsvollesneues Face
Gefahren wurde heuer erstmals am Vorderen Grieskogel (2.671 m). Das neue Contest-Face bot mit rund 250 vertical drop anspruchsvolles Gelände mit vielseitigen Lines, Cliffs und technischen Passagen. Der Start für die U14-Kategorie war etwas weiter unten angesetzt, um altersgerechte Lines zu ermöglichen. Die Riderinnen und Rider nutzten das abwechslungsreiche Terrain kreativ und zeigten beeindruckende Runs mit flüssigen Linien, sicheren Landungen und jeder Menge Style. Von technisch sauberen Turns bis hin zu mutigen Sprüngen war alles dabei – besonders beeindruckend war das hohe Niveau in der U18-Kategorie, wo bereits echtes FWT-Feeling aufkam. Aber auch die Jüngsten bewiesen
Nervenstärke und großes Talent im alpinen Gelände. Besonders beeindruckt waren die Judges und auch die Zuseher:innen darüber, wie die Rider die großen Rinnen in der unteren Passage des Faces bezwangen.
Enge Fights und verdiente Siege
Bei rund 80 Starter:innen waren zahlreiche Nationen vertreten, was für ein beeindruckend internationales Starterfeld sorgte. Besonders die österreichischen Nachwuchsathlet:innen konnten jedoch auf heimischem Boden starke Leistungen abrufen. Viele Entscheidungen fielen denkbar knapp aus, oft machten nur Kleinigkeiten den Unterschied in den Scores. Trotz des sportlichen Ehrgeizes stand vor allem eines im Mittelpunkt: das gegenseitige Anfeuern, Fairness unter den Ridern und die gemeinsame Leidenschaft für den Freeride-Sport.
In der Kategorie U14 Ski Women mit sechs Starterinnen setzte sich die Österreicherin Julia Oerley mit starken 69,33 Punkten an die Spitze. Julia Oerley kennt das Kühtai wie ihre eigene Westentasche und konnte am Ende ihre geplante Line umsetzen. Knapp dahinter folgte ihre Landsfrau Sarah Krismer mit 67,33 Punkten auf Rang zwei, während Paula Poesch aus Deutschland mit 55,67 Punkten den dritten Platz belegte.
Bei den U14 Ski Men holte sich der in Tirol lebende Sam Moreno mit 74 Punkten den Sieg bei seinem zweiten Freeride-Bewerb. Besonders „hyped“ war er von seinem letzten Drop in der untere Felsrinne, den er trotz der massiven Höhe sauber landen konnte. Liam Sampson (USA) sicherte sich mit 72,33 Punkten Platz zwei, gefolgt von Matous Kalina aus Tschechien, der mit 69 Punkten Dritter wurde.
Das Podium der U14 Snowboard Women machten sich die drei österreichischen Starterinnen unter sich aus. Am Ende gewann Momo Orley mit 61 Punkten und gab ihrem Run sogar einen Namen – „Mombay“. Siena Mei Lau Haslwanter wurde mit 54 Punkten Zweite und Sophie May Herbert erreichte mit 21,33 Punkten Rang drei. Bei den U14 Snowboard Men triumphierte der Niederländer Orlando Roks mit starken 83,33 Punkten. Er startete mit BIB 1 in den Bewerb und zeigte gleich zu Beginn einen frontside 360. Danach fand er eine super Linie im teils unberührten Powder und nahm am Ende noch zwei saubere Cliffs mit. Dahinter reihten sich die beiden Österreicher Moritz Emil Kaufmann (68,67 Punkte) auf Platz zwei und Luke Lewis Herbert (56,67 Punkte) auf Platz drei ein.
In der stark besetzten Kategorie U16 Ski Men mit 17 Teilnehmern setzte sich Jasper Rogers aus Australien mit hervorragenden 86,67 Punkten durch. Er war zum ersten Mal in Kühtai und konnte – obwohl das face „rough“ war, wie er es beschrieb – direkt sein Können unter Beweis stellen. Tobias Albrecht (AUT) erreichte mit 75 Punkten Platz zwei, während Darian Mischkowski aus Deutschland mit 71 Punkten Dritter wurde.
Bei den U18 Snowboard Women gewann Amélie Martin aus Frankreich mit 74,33 Punkten. Ida Luisa Bauer (GER) folgte mit 63,33 Punkten auf Rang zwei, Anna Griessenböck aus Österreich komplettierte mit 51,67 Punkten das Podium.
Die Junioren WM-Gewinnerin aus 2025 Martin beschrieb das Face so:
„Der Schnee war besser als erwartet und alles war großartig. Ich war sehr zufrieden. Ich finde, das Comp-Face war sehr interessant, es gab viele Möglichkeiten, was ziemlich cool war.“
In der Kategorie U18 Snowboard Men sicherte sich Moritz Bauer (GER) mit 67,67 Punkten den ersten Platz. Er begann seinen Run mit verspielten turns im oberen Bereich und zeigte einen sauberen backside 360 gefolgt von einem frontside 180, wodurch er seine Vielseitigkeit beweisen konnte. Calixte Ansanay-Alex aus Frankreich wurde mit 50,67 Punkten Zweiter, gefolgt von Veit Schliephake (GER), der mit 46 Punkten Rang drei belegte.
Bei den U18 Ski Women gewann Pippa Brathwaite aus Großbritannien mit 69,33 Punkten. Ella Grabner (AUT) wurde mit 63 Punkten Zweite, während Mar Brunet Bravo aus Spanien mit 59,33 Punkten den dritten Platz erreichte.
Brathwaite erzählte beim Interview, dass sie am Start sehr nervös gewesen sei, da das Face eher „sharky“ war. Als sie jedoch aus dem Gate startete, fühlte es sich aber gut an, der Schnee war gut und sie hatte Spaß.
Besonders eng ging es in der Kategorie U18 Ski Men mit 25 Startern zu: Laurin Oerley aus Österreich sicherte sich mit 82,67 Punkten den Sieg. Oerley überzeugte mit einem cleanen 360, starken features und einem beeindruckenden drop in die untere Felsrinne und wurde am Ende „man of the day“. Toma Trandafir (ROM) folgte mit 80 Punkten auf Platz zwei, und Korbinian Wirth aus Deutschland erreichte mit 76,33 Punkten den dritten Rang.
Stimmung wie bei den Großen
Nicht nur sportlich, auch abseits des Faces war einiges geboten. In der Zielarena sorgte Moderation für durchgehende Spannung und Hintergrundinfos zu den Runs. ZuschauerInnen konnten sich mit regionalen Köstlichkeiten von Bio vom Berg stärken oder es sich in der Chill-out Area auf Sitzsäcken gemütlich machen – mit perfektem Blick auf das Contest-Face.
Zusätzlich luden die Partnerstände zum Vorbeischauen ein, wo es Goodies und Gewinnspiele gab wie zum Beispiel vom Innsbruck 6020 Magazin oder Protect our Winters Austria. Der FWT Junior 3* Contest im Kühtai zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial im Freeride-Nachwuchs steckt. Dank Neuschnee, Sonne und einem spektakulären Face am Vorderen Grieskogel wurde der verschobene Termin am Ende zum Volltreffer. Die Freeride Academy Innsbruck bewies einmal mehr, wie wichtig professionelle Nachwuchsarbeit für die Zukunft des Sports ist – und dass die nächste Generation FreeriderInnen schon jetzt bereit ist für große Bühnen.
Mehr Infos unter:
https://freerideacademy.at
https://www.freerideworldtour.com/junior
