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Spektakulärer Short-Track-Auftakt und starke Heimauftritte in Leogang

Der erste Renntag bei der WHOOP UCI Mountain Bike World Series Saalfelden Leogang hatte alles zu bieten: spektakuläre Short-Track-Rennen, schwierige Bedingungen, starke österreichische Auftritte und eine souveräne Downhill-Qualifikation der heimischen Hoffnungsträger. Während Simon Andreassen nach einem dramatischen Krimi bei den Herren seinen ersten XCC-Weltcupsieg feierte und Sina Frei bei den Damen den Dreikampf mit Alessandra Keller und Jenny Rissveds für sich entschied, lösten Andreas Kolb und Valentina Höll in der Downhill-Qualifikation souverän ihre Tickets für die Finalentscheidungen. Bereits am Vormittag sorgte Katrin Embacher mit Rang drei im U23-Short-Track-Bewerb für ein rot-weiß-rotes Podium.

Es war ein Rennen, das alles hatte, was Mountainbike-Sport so spektakulär macht: technische Defekte, Stürze, taktische Manöver, permanente Führungswechsel – und eine Schlussrunde, in der sich die Ereignisse noch einmal überschlugen. Das XCC-Rennen der Elite-Herren beim WHOOP UCI Mountain Bike World Cup in Saalfelden Leogang wurde am Freitagabend zu einem echten Krimi. Am Ende jubelte der Däne Simon Andreassen über seinen ersten Weltcupsieg im Short Track.

Schon früh entwickelte sich das Rennen zu einem Ausscheidungskampf. Der Schweizer XCO-Weltcupführende Dario Lillo hatte bereits zu Beginn mit technischen Problemen zu kämpfen. 

Besonders dramatisch wurde es in der Schlussphase. Während rundherum immer wieder Fahrer durch Defekte, Fehler oder Stürze zurückgeworfen wurden, profitierte Andreassen und krönte ein spektakuläres Rennen mit seinem ersten XCC-Weltcupsieg: „Ich bin einfach happy. Das ist ein brutaler Sport, aber auf diesen Sieg bin ich richtig stolz“, sagte Andreassen nach dem Rennen. „Ich hatte keinen Plan – es ging nur ums Überleben. Zwei Runden vor Schluss habe ich gesehen, dass vielleicht noch etwas möglich ist. Ich habe mich auf Position fünf und sechs wohlgefühlt, dann meine Chance gesehen und bin vorbeigezogen.“

Auch die schwierigen Sichtverhältnisse spielten Andreassen am Ende in die Karten. „Ich habe kaum etwas gesehen und wollte einfach freie Sicht haben. Das war am Ende eine gute Entscheidung, nach vorne zu gehen“, so der Sieger.

Hinter Andreassen komplettierten Filippo Colombo (SUI) und Luca Martin (FRA) nach einem hochintensiven Rennen das Podium. Aus österreichischer Sicht belegte Max Foidl als bester Österreicher Rang 27.

Sina Frei entscheidet Dreikampf der Damen für sich
Vor dem turbulenten Herrenrennen entwickelte sich das XCC-Rennen der Elite-Damen zu einem hochklassigen Dreikampf an der Spitze. Sina Frei, Weltmeisterin Alessandra Keller und Europameisterin Jenny Rissveds bestimmten über weite Strecken das Geschehen und lieferten sich ein enges Duell um den Sieg.

Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde: Am finalen Anstieg setzte Frei zu einer entschlossenen Attacke an, konnte sich von Keller und Rissveds lösen und fuhr den Sieg ins Ziel. Nach ihrem Erfolg beim Saisonauftakt in Südkorea ist es für die Schweizerin bereits der zweite Short-Track-Saisonsieg.

„Ich bin super happy, dass ich das Leaderjersey mit zu meinem Heimweltcup nehmen kann. Ein riesiges Dankeschön heute in erster Linie an das Team, das bei diesen Bedingungen Außergewöhnliches geleistet hat“, sagte Frei im Ziel.

Für Teamkollegin und Freundin Laura Stigger verlief der Auftakt in Leogang dagegen enttäuschend. Die Tirolerin erwischte zunächst einen starken Start, fuhr zwei Runden lang in der Spitzengruppe mit und übernahm am ersten Anstieg sogar kurzzeitig die Führung. Danach fiel Stigger jedoch Runde für Runde zurück und beendete das Rennen auf Rang 19.

„Das war ein verdammt hartes Rennen. Ich bin zwar am Start gut weggekommen, danach aber überhaupt nicht ins Fahren gekommen. Es war ein brutaler Kampf. Es ist vor allem für die Fans schade, für die ich natürlich mehr zeigen wollte. Ich bin jetzt definitiv enttäuscht, aber für Sonntag und den Cross Country heißt es: Kopf hoch“, sagte die Athletin vom Team Specialized Factory Racing.

Auch für  Mona Mitterwallner verlief das Short-Track-Rennen als 24. nicht nach Wunsch.  Damit blieb der Auftakt aus österreichischer Sicht hinter den Erwartungen. Die  nächsten Chancen folgen jedoch bereits am Sonntag, wenn in Saalfelden Leogang  die Cross-Country Entscheidungen in der olympischen Disziplin auf dem Programm stehen.

Rot-weiß-rotes Podium bei den U23-Damen

Mit den U23 Cross-Country-Short-Track-Bewerben ist bereits am Freitagvormittag der sportliche Auftakt in das Weltcup-Wochenende in Saalfelden Leogang erfolgt. Regen, Matsch und rutschige Passagen sorgten auch bei den Cross Country- Athlet:innen für schwierige Bedingungen.

Embacher fährt bei Heimrennen aufs Podium

Bei den U23-Damen ging der Sieg in die Schweiz: Monique Halter, U23-Europameisterin und Junioren-Weltmeisterin, setzte sich in einem anspruchsvollen Rennen durch und feierte einen starken Auftakterfolg in Leogang. Rang zwei ging an die Niederländerin Bloeme Kalis. Die Tirolerin Katrin Embacher sorgte für das erste Highlight aus heimischer Sicht: Die Tirolerin fuhr bei ihrem Heimrennen mit einer starken Schlussrunde auf Rang drei und damit aufs Podium.

„Ich bin mega glücklich. Ich hätte mir das heute ehrlich gesagt nicht so zugetraut“, freute sich Embacher nach dem Rennen. „Zu Beginn habe ich ein wenig gebraucht, um reinzukommen, aber ich habe eine gute letzte Runde hingelegt, würde ich sagen.“ Für die junge Österreicherin ist es der nächste starke Auftritt in einer bisher erfolgreichen Saison: Erst in Nové Město hatte sie ihren ersten Sieg in der Olympischen Disziplin der U23-Damen gefeiert. Mit Platz drei im Short Track sicherte sich Embacher zugleich eine hervorragende Ausgangsposition für das Cross-Country-Rennen am Sonntag.

Nächster Sieg für deutschen Paul Schehl bei den U23-Herren

Bei den U23-Herren jubelte Deutschland über ein Doppel-Podium. Paul Schehl setzte sich nach seinem Short-Track-Erfolg in Nové Město auch in Leogang durch und bestätigte damit seine starke Form. Schehl kontrollierte das Rennen über weite Strecken und wartete bis zur Schlussrunde, um die entscheidende Attacke zu setzen.

„Ich hatte es immer unter Kontrolle. Die erste Runde gehe ich nie wirklich schnell an, deshalb habe ich auf die letzte Runde gewartet und dort alles reingehauen“, erklärte Schehl nach seinem Sieg. Besonders emotional machte den Erfolg das gemeinsame Podium mit seinem Freund und Landsmann Benjamin Krüger, der Rang drei belegte. „Wir haben schon so oft über ein Doppel-Podium fantasiert. Dass es heute endlich geklappt hat und wir es beide auf die Kette gebracht haben, macht diesen Tag noch viel genialer.“

Rang zwei ging an den Franzosen Thibaut François Baudry, der zuletzt in Nové Město in der Olympischen Disziplin triumphiert hatte und sich für Sonntag entsprechend viel vorgenommen hat.

Regen, Matsch und Schlamm riefen stellenweise Erinnerungen an die Weltmeisterschaft 2020 wach: Die Downhill-Qualifikation der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang verlangte den Athlet:innen am Freitag alles ab. Andreas Kolb und Valentina Höll ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen und dürfen weiter von einem starken Heimauftritt im SalzburgerLand träumen.

Kolb Vierter in Q1

Bei den Herren zeigte Andreas Kolb als Vierter des ersten Qualifikations-Runs eine kontrollierte Fahrt. Der Steirer blieb bewusst auf Sicherheit bedacht und ließ sich noch Reserven für das morgige Finale: „Ich bin happy. Ich hätte auf jeden Fall schneller fahren können, aber ich habe gewusst, dass viele Fehler machen werden. Heute ging es darum, mit 95 Prozent herunterzukommen – and that’s it. Ich weiß, was ich machen muss, und ich freue mich jetzt schon drauf“, so Kolb.

Auch der deutsche Henri Kiefer, im Vorjahr Dritter in Leogang, zeigte eine starke erste Performance: „Das Level ist so hoch. Die ersten zwei Weltcups habe ich verhauen. Ich habe Druck gespürt und gleichzeitig versucht, mich frei zu fühlen – das ist mir gelungen. Die Strecke ist brutal.“ An Leogang hat Kiefer besonders gute Erinnerungen: „Letztes Jahr war hier mein Kick-off. Deshalb hier so reinzustarten, ist genau richtig. Ich habe die guten Vibes mitgenommen. Ich liebe Leogang und ich liebe dieses Event.“  Die schnellste Zeit in Qualifikationslauf 1 ging an den US-Amerikaner Dylan Maples, die schnellste Zeit des Tages gelang dann aber in Qualifikationsrunde zwei dem Kanadier Finn Iles.

Vali Höll: „Bei der Show dabei“

Erstmals im Anschluss an die Herren gingen am Freitag die Damen auf die Strecke – und fanden entsprechend schwierige Bedingungen vor. Regen, tiefer Boden und die zahlreichen Spuren aus den vorherigen Läufen machten den Kurs zu einer echten Herausforderung. Lokalmatadorin Höll löste diese Aufgabe mit einer kontrollierten Fahrt und klassierte sich auf Rang drei: „Ich bin mega konservativ gefahren, einfach nur runtergerollt. Die Strecke war heute aufgrund der Bedingungen schon ordentlich mitgenommen – aber es ist für alle gleich. Ich bin bei der Show dabei und das passt.“

Am besten kam Marine Cabirou mit den schwierigen Verhältnissen zurecht. Die französische WM-Bronzemedaillengewinnerin fuhr zur Bestzeit und setzte sich vor Anna Newkirk durch. Ganz fehlerfrei blieb aber auch Cabirou nicht: „Es war heute sicher nicht perfekt. Ich habe einige Fehler gemacht – was heute aber wahrscheinlich jeder passiert ist.“

Vorarlbergerin Schnellste der Juniorinnen

Bei den Juniorinnen war heute die Vorarlbergerin Lina Frener die Schnellste der Qualifikation. Die Tirolerin Rosa Zierl, die zuletzt das Juniorinnen-Rennen in Frankreich gewann, belegte Rang drei, die Dänin Rosa Marie Jensen landete auf Platz zwei.

Damit ist für das Downhill-Finale und die österreichischen Fans in Saalfelden Leogang alles angerichtet: Am Samstag starten die Downhill-Entscheidungen um 11:00 Uhr mit den Junior:innen. Die Elite-Herren folgen um 12:30 Uhr, die Elite-Damen um 14:15 Uhr.

Start – und Ergebnislisten
www.mtb-weltcup.at

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