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Freeride World Tour 26 in Val Thorens ist geschlagen

VIELSEITIGER HANG UND LEIDENSCHAFTLICHES PUBLIKUM BEIM 2. STOPP DER FWT 26

Die Freeride World Tour by Peak Performance (FWT) war heute für ihren zweiten Tourstopp im französischen Skigebiet Val Thorens zu Gast. Trotz schwieriger Schneebedingungen, die den ursprünglich geplanten Wettkampfhang Cime Caron unbefahrbar machten, und wechselhaften Wetters bei der Hanginspektion entwickelte sich ein spektakulärer Event.

Der Wettbewerb wurde an den Pointe de Thorens (3.266 m) verlegt und bot mit seinem abwechslungsreichen Gelände zahlreiche Möglichkeiten. Das Ergebnis: eine Reihe spektakulärer Runs und ein unvergesslicher Tag voller Freeride-Action. Das leidenschaftliche französische Publikum, das voll hinter seinen heimischen Athletinnen und Athleten stand, sorgte bei strahlend blauem Himmel für zusätzliche Energie. Es durfte am Ende über mehrere französische Podiumsplätze jubeln. Die Atmosphäre bestätigte einmal mehr, dass Val Thorens ein erstklassiges Ziel zum Freeriden ist.

Starke Perfomance von Max Hitzig und Tiemo Rolshoven

Max Hitzig setzt sein Comeback nach der Verletzungspause sensationell in Frankreich fort. Seine Premiere in Val Thorens krönt er mit Platz vier. Dieses Mal war er wenig trickreich unterwegs, aber dafür zeigte er starkes Big Mountain Skiing mit den höchsten Felsen, die im Contest gesprungen wurden. Sicher und flüssig – genauso wie alle Max Hitzig kennen. Auf Rang fünf gelandet ist sein deutscher Teamkollege Tiemo Rolshoven, der eine fantastische Premiere auf der FWT 26 absolviert hat. Sein starker Run mit tollen Sprungelementen hat überzeugt. Der Österreicher Valle Rainer zeigt sich im Ziel über den neunten Platz enttäuscht, denn bis zum Crash war auch er gut im Rennen. Man darf gespannt sein, was die drei beim nächsten Stopp in Georgien alles von sich zeigen.

Ein Crash katapultiert Lena Kohler (GER) in Val Thorens auf Rang neun der Ski-Damen, dennoch konnte sie ein paar tolle Sprünge zeigen. Die österreichische Snowboard-Freeriderin Sarah Bacher landete an letzter Stelle. Interviews und Videos der deutschsprachigen Athlet:innen sowie Siegerinterviews und Newscut auf https://cloud.ok-k.at/s/8sgF9rMmBKcQkGf und weitere Fotos auf https://freerideworldtour.scoreplay.io/link?id=223825&token=405b5b46-8182-441b-93f0-ecd50fb5fc1f und hier die Ergebnisse im Detail:

Snowboard Herren: Die Lokalmatadoren dominieren das Podium

Der vierfache FWT-Gesamtsieger Victor De Le Rue (FRA) ist in Val Thorens eine Legende, hatte aber hier noch nie gewonnen. Mit einem kraftvollen und technisch sehr anspruchsvollen Run in exponiertem Gelände gelang es ihm, das zu ändern. Nach seinem schwachen Auftritt beim Saisonauftakt in Spanien eroberte er den ersten Platz und bewies mit 90,67 Punkten einmal mehr, dass er zu den prägenden Figuren des Sports gehört.

Platz zwei ging an Shayne Blue Sandblom (USA), der mit einer elektrisierenden Performance und einem massiven Backflip 87,00 Punkte sammelte. Der letztjährige Sieger des Val Thorens Pro, Enzo Nilo (FRA), wie De Le Rue einer der Lokalmatadoren, begeisterte das einheimische Publikum mit einem selbstbewussten und flüssigen Run. 84,67 Punkte bedeuteten in der Endabrechnung Platz drei.

„Heute Morgen war ich etwas nervös, aber als wir ankamen und den frischen Pulverschnee sahen, war alles anders. Die Bedingungen waren fantastisch und die Zuschauer waren voll da, das hat mich total motiviert. Ich habe meine Linie oben sogar noch einmal angepasst, weil der Schnee besser war als erwartet. Diesen Run widme ich den Menschen in Val Thorens und der gesamten Snowboard-Community. Es bedeutet mir sehr viel, solche Momente mit allen zu teilen, die uns unterstützen.“

  • Victor de Le Rue, Sieger Snowboard Herren Val Thorens Pro 2026

Snowboard Damen: Noémie Equy gelingt endlich der Heimsieg

Noémie Equy (FRA) holte sich endlich den Heimsieg, den sie schon letzte Saison angestrebt hatte – ein Erfolg, der ihr mehr bedeutete als der FWT-Titel 2025. Vor dem jubelnden Publikum in Val Thorens zeigte die amtierende FWT-Gesamtsiegerin eine souveräne Leistung voller Präzision, technischer Meisterschaft und Lässigkeit. Sie sicherte sich den Sieg mit einer Punktzahl von 84,00. Hinter ihr folgte Anna Martinez (FRA), die wie schon in Baqueira den zweiten Platz belegte und damit ihre bemerkenswerte Konstanz und Kontrolle in technischem Gelände unter Beweis stellte. Nicht zuletzt dank der Unterstützung des französischen Publikums erzielte Martinez eine Punktzahl von 78,33. Mia Jones (USA) wurde Dritte und setzte ihre beeindruckende Debüt-Saison fort, indem sie mit einer Punktzahl von 64,67 bereits ihren zweiten Podiumsplatz errang.

Sarah Bacher (AUT) aus Wien war nach Platz sechs in Spanien zum zweiten Mal bei der FWT am Start. Die 25-Jährige wählte eine originelle Linie, bekam allerdings Abzüge bei Kontrolle und Flüssigkeit ihres Laufs und musste sich mit Rang sieben zufriedengeben. In der FWT-Gesamtwertung liegt sie auf dem sechsten Platz.

„Ich bin total happy. Ich habe mich heute von Anfang an einfach großartig gefühlt und war mental voll bei der Sache. Oben habe ich erst einmal einfach nur die Aussicht genossen. Man kann den Glacier de Thorens sehen, und es ist ein Ort, an dem ich wirklich gerne fahre. Es war etwas ganz Besonderes, zu Hause zu fahren. Ich habe überhaupt keinen Stress verspürt, sondern war während meiner Abfahrt voll im Flow. Es war ein perfektes Gefühl.“

  • Noémie Equy, Siegerin Snowboard Damen Val Thorens Pro 2026

Ski Herren: Ben Richards holt den zweiten Sieg in Folge

Bei den Skifahrern waren fünf ehemalige FWT-Gesamtsieger am Start, doch keiner von ihnen schaffte den Sprung auf das Podium. Dagegen sicherte sich Ben Richards (NZL) mit einem fast fehlerlosen Run den zweiten Saisonsieg in Folge. Als letzter Starter zeigte er unter anderem einen gewaltigen 360 und einen Straight Air und sammelte 92,00 Punkte.

Platz zwei ging an den US-Rookie Joey Leonardo (USA), der mit viel Energie abfuhr und einen 360 sowie einen Backflip zeigte und 89,00 Punkte erhielt. Auf Rang drei folgte Ross Tester (USA), nachdem er mit einem kraftvollen und sauberen Auftritt 84,33 Punkte gesammelt hatte.

Max Hitzig (GER) aus St. Gallenkirch im Montafon, 2024 FWT-Gesamtsieger und in Spanien Vierter, wählte als viertletzter Starter eine zuvor noch unbefahrene Linie und glänzte unter anderem mit zwei hohen Cliffdrops. Dank seiner kontrollierten und flüssigen Fahrt landete er wie in Baqueira auf Rang vier. In der Gesamtwertung ist er nun Dritter.

Tiemo Rolshoven (GER), im Vorjahr Neunter der Tour und in Spanien nicht am Start, überzeugte die Jury mit einem schnellen und technisch anspruchsvollen Run. Der 21-Jährige setzte zwei Backflips und mehrere Airs in den Hang und absolvierte zum Abschluss eine schwierige Passage mit Präzision und viel Speed. Für dieses Feuerwerk wurde er am Ende mit Platz fünf belohnt. Im Ranking belegt er nun Rang zehn.

Valentin Rainer (AUT) aus Mils bei Imst, der 2023 FWT-Gesamtsieger geworden war und in Spanien Rang 16 belegt hatte, startete mit einem Air in den Hang und ließ zwei 360s folgen. Den zweiten Versuch konnte der 27-Jährige jedoch nicht sauber landen, sodass er sich trotz eines überzeugenden Auftritts im unteren Teil des Hangs mit Rang neun begnügen musste. In der Gesamtwertung steht er auf Rang 16.

„Ich bin sehr glücklich. Ich habe mich von Toby und Fynn inspirieren lassen, die als Erste gestartet waren, und das hat mir sehr dabei geholfen, meine Linienwahl zu bestätigen. Ich bin ihnen total dankbar und kann kaum glauben, dass ich erneut gewonnen habe.“

  • Ben Richards, Sieger Ski Herren Val Thorens Pro 2026

Ski Damen: Erstmals eine argentinische FWT-Siegerin

Agostina Vietti (ARG) schrieb FWT-Geschichte und wurde in Val Thorens mit 77,33 Punkten die erste Argentinierin, die einen Stopp der Tour gewinnen konnte. Sie zeigte einen rasanten und souveränen Lauf, bei dem sie auf ihre Wurzeln im Skirennsport zurückgriff. Zweite mit 74,33 Punkten wurde Sybille Blanjean (SUI). Die Schweizerin fuhr eine exponierte Linie und landete Sprünge in technisch schwierigem Gelände. Platz drei mit 72,00 Punkten ging an Wynter McBride (USA), die ihre erste Saison auf der FWT absolviert. Sie zeigte eine abwechslungsreiche Show mit Airs und viel Speed.

Lena Kohler (GER) aus Memmingen, die 2025 Gesamtvierte geworden war und beim Saisonauftakt Rang neun belegt hatte, landete kurz nach dem Start einen massiven Air und stand im oberen Bereich einen weiteren Sprung. Auch unten gelang ihr ein hoher Drop, doch bei ihrem letzten Sprung stürzte sie und wurde damit Zehnte. In der Gesamtwertung ist sie Neunte.

„Mein Lauf war fantastisch. Ich habe genau das gemacht, was ich mir vorgenommen hatte. Ich habe zwar ein paar Sprünge ausgelassen, aber der Plan hat perfekt funktioniert und ich bin total begeistert. Ich war am Start nicht mehr so nervös wie früher; ich lerne, besser mit dieser Energie umzugehen. Ich habe erkannt, dass Nervosität tatsächlich eine Quelle der Kraft sein kann und mir wirklich hilft, meine Leistung zu bringen.“

  • Agostina Vietti, Siegerin Ski Damen Val Thorens Pro 2026

Von den Alpen in den Kaukasus: Die Tour geht weiter

Mit dem Abschluss dieser zweiten Etappe ist die Saison nun endgültig in vollem Gange und die Gesamtwertung nimmt langsam Gestalt an. Insbesondere das starke französische Kontingent holte sich in Val Thorens Energie aus dem heimischen Publikum und ging vor den begeisterten Zuschauern bis an die Grenzen.

Auf diesen Heimvorteil werden sie beim nächsten Tourstopp allerdings nicht setzen können, denn dieser führt die FWT in die majestätischen Berge des Kaukasus zum dritten Tourstopp der Saison: dem Georgia Pro.

Zuvor finden allerdings noch die ersten Allianz FIS Freeride World Championships Andorra 2026 presented by Mammut statt: Zwischen 1. und 6. Februar werden erstmals die FIS Freeride World Champions gekrönt.

Folge für Live-Updates, Ergebnisse und exklusive Inhalte der Freeride World Tour in den sozialen Medien oder besuche www.freerideworldtour.com.

Die Hardfacts im Überblick

  • Victor de Le Rue (FRA), Noémie Equy (FRA), Ben Richards (NZL) und Agostina Vietti (ARG) holen die Siege
  • Ski: Max Hitzig (GER) Vierter, Tiemo Rolshoven (GER) Fünfter, Valentin Rainer (AUT) Neunter und Lena Kohler (GER) Zehnte. Snowboard: Sarah Bacher (AUT) Sechste
  • Erstklassige Stimmung am technisch anspruchsvollen Pointe de Thorens

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