EventsHighlightMountainbike

WHOOP UCI Mountain Bike World Series  – Vali Höll krönt Leogang-Hattrick – Rissveds  und Boichis triumphieren Cross Country

Finn Iles beendet lange Durststrecke – Die Lokalmatadorin feiert bei der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang ihren dritten Elite-Sieg auf der Heimstrecke – und zugleich einen besonderen Saison-Hattrick: Höll ist erst die dritte Fahrerin in der Geschichte des Downhill-Weltcups, die mit drei Siegen in Folge in eine Saison startet. Bei den Herren triumphiert Finn Iles vor Amaury Pierron und Henri Kiefer. Andreas Kolb liegt lange auf Podestkurs, fällt nach Fehlern im Schlussabschnitt aber noch auf Rang 15 zurück. Juniorin Lina Frener sorgt mit ihrem Heimsieg für einen weiteren österreichischen Erfolg.

Drei Rennen, drei Siege – und der dritte davon ausgerechnet daheim in Leogang: Als Valentina Höll am Samstag mit riesigem Vorsprung in den Zielhang raste, brachen bei ihr, ihrer Familie, ihren Freunden und vor allem bei den tausenden Fans im Epic Bikepark Leogang endgültig alle Dämme. Die Saalbacherin krönte ihr Heimrennen beim WHOOP UCI Mountain Bike World Cup in Saalfelden Leogang mit einem eindrucksvollen Sieg. Für Höll war es bereits der dritte Elite-Triumph auf ihrer Heimstrecke in Leogang. Dieser Saison-Hattrick ist jedoch weit mehr als nur eine beeindruckende Serie: Erst drei Fahrerinnen vor ihr haben in der Geschichte des Downhill-Weltcups drei Siege in Folge zum Saisonstart gefeiert.

Die 24-jährige Lokalmatadorin war als Gesamtführende und große Gejagte in das Wochenende gestartet – und hielt dem enormen Druck vor heimischem Publikum eindrucksvoll stand. Auf der 2,6 Kilometer langen und mit 468 Höhenmetern gespickten „Speedster“-Strecke raste Höll dem nächsten Heimsieg entgegen. Am Ende triumphierte die Serien-Weltmeisterin überlegen vor der Französin Marine Cabirou und Anna Newkirk aus den USA: „Diesen Sieg würde ich fast über einen WM-Titel stellen. Daheim in Leogang zu gewinnen, vor dieser Kulisse, mit der ganzen Familie und so vielen bekannten Gesichtern im Ziel – das ist einfach etwas ganz Besonderes.“

Für zusätzliche Spannung sorgte eine Premiere: Erstmals in der Downhill-Geschichte bestritten die Damen ihr Finale nach den Herren und bildeten damit das große Highlight des Tages.

Sichtlich emotionaler Iles feiert zweiten Weltcupsieg beim 68. Start

Im starken Kontrast zu Hölls Dominanz im Damenfinale wurde das Elite-Rennen der Herren um weniger als zwei Zehntelsekunden entschieden. Finn Iles beendete eine lange Durststrecke und feierte in Leogang einen vielumjubelten Weltcupsieg. Der Kanadier setzte sich in einem hochklassigen Finale in 3:15,647 Minuten knapp vor dem Franzosen Amaury Pierron (+0,176 Sekunden) und dem deutschen Vorjahres-Dritten Henri Kiefer (+0,844) durch.  Der Kanadier, der gestern zwei Qualifikationsrunden benötigte, um ins Finale zu rücken, war nur im letzten Split der Schnellste, überzeugte aber durch die größte Konstanz auf der schwierigen Strecke – und genau das brachte ihn letztlich an die Spitze der Ergebnisliste.

„Das fühlt sich richtig gut an. Das vergangene Jahr war mit den Verletzungen unglaublich schwierig, und ich habe mich einfach nicht wie ich selbst gefühlt“, sagte Iles. „In dieser Offseason habe ich so hart gearbeitet, um meinen Rhythmus wiederzufinden. Schon im dritten Rennen der Saison zu gewinnen, ist unglaublich.“

Auch Henri Kiefer, den Deutschen, der mittlerweile in Innsbruck lebt, jubelt über einen besonderen dritten Platz: „Letztes Jahr war der dritte Platz mein Kick Off. Ich hatte einen unglaublich harten Start in die Saison, dass ich jetzt hier wieder so abliefern kann, ist einfach nur unglaublich.“

Aus österreichischer Sicht stand Andreas Kolb im Mittelpunkt. Der Schladminger hatte bereits in der Qualifikation als Vierter seine starke Form unterstrichen und zeigte auch im Finale, dass er an diesem Wochenende die Pace für die absolute Weltspitze hatte. Bis zur dritten Zwischenzeit lag der 30-Jährige auf Rang drei und nur 0,3 Sekunden hinter der Bestzeit. Ein Spitzenresultat, vielleicht sogar der Kampf um den Sieg, schien greifbar.

Im berüchtigten Schlussabschnitt „Valis Hölle“ schlichen sich jedoch zunächst kleinere Fehler ein, ehe zwei größere Patzer wertvolle Sekunden kosteten. Kolb fiel dadurch noch auf Rang 15 zurück.

„Das ist natürlich nicht sehr schön gerade. Ich bin voll auf Sieg gefahren, war bereit dafür und habe alles gegeben. Die Fans waren unglaublich – danke an alle, die gekommen sind, um unseren Sport zu feiern. Klar hätte ich mir mehr gewünscht, aber das ist der Sport. Ich habe im Ziel dann den Sieg für Vali gefeiert. Für den Downhill-Sport war es ein super Tag. Für mich gilt jetzt: Kopf hoch und auf in die Lenzerheide zum nächsten Weltcup“, sagte Kolb nach dem Rennen.

Lina Frener jubelt bei den Juniorinnen – Heimsieg mit besonderem Leogang-Bezug

Auch bei den Juniorinnen durfte aus österreichischer Sicht gejubelt werden: Lina Frener feierte in Leogang ihren zweiten Weltcupsieg, den ersten Sieg in dieser Saison. In Abwesenheit von Rosa Zierl, die sich ausgerechnet vor dem Finale verletzt hatte, nutzte Frener ihre Chance eindrucksvoll und sorgte für den nächsten rot-weiß-roten Erfolg beim Heimweltcup.

Notiz am Rande: Frener fährt im Team von Greg Minnaar – einem der größten Namen der Downhill-Geschichte. Der Südafrikaner ist nicht nur mehrfacher Weltmeister und eine Legende des Sports, sondern hat 2012 ausgerechnet in Leogang den WM-Titel gewonnen. Dass nun eine junge Österreicherin aus seinem Team auf eben dieser Strecke einen Heimsieg feiert, verleiht dem Erfolg eine besondere Note.

„Von ihm kann man immer noch lernen. Er hat mir in den Tagen davor immer wieder Tipps gegeben – das hat super funktioniert. Zuhause zu gewinnen, ist einfach Wahnsinn“, freute sich Frener über den Support ihres prominenten Teammanagers.

Rang zwei ging an die US-Amerikanerin Aletha Ostgaard, Rang drei an die Dänin Rosa Marie Jensen. Bei den Junioren sicherte sich der Neuseeländer Jonty Williamson den Leogang-Titel vor seinem neuseeländischen Landsmann Malik Boatwright und dem Finnen Kasper Hickman.

Fußball trifft Mountainbike: Bayern-Trainer Kompany erlebt Downhill-Spektakel mit der Familie

Prominenten Besuch gab es am Samstag ebenfalls im Zielgelände: FC-Bayern-München-Cheftrainer Vincent Kompany stattete der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang einen Besuch ab. Der Belgier verbringt derzeit mit seiner Familie Urlaub in Österreichs größter Bike-Region Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn.

Nach einem Anruf des aus Leogang stammenden Sportdirektors der Bayern, Christoph Freund, bei Veranstalter Kornel Grundner war klar: Der Bayern-Coach will mit seinen Kindern das Downhill-Spektakel live erleben. Kompany veriet dabei, dass er selbst bereits einmal die legendäre Downhill-Strecke in Leogang in Angriff genommen habe.

Morgen, Sonntag, stehen die Cross Country und Enduro-Athlet:innen im Fokus.

Bereits ab 8:00 Uhr starten die Enduro Open in Österreichs größter Bike-Region Saalbach Hinterglemm  Leogang Fieberbrunn

Ab 11:55 Uhr starten die Cross Country-Bewerbe mit den Elite Damen.

Start – und Ergebnislisten
www.mtb-weltcup.at

Rissveds  und Boichis triumphieren Cross Country Bewerb – 20.000 Fans feiern Mountainbike-Fest in Saalfelden Leogang

Mit dem  ersten Leogang-Sieg der schwedischen Weltmeisterin Jenny Rissveds auf der  olympischen Cross-Country-Distanz, dem Premierenerfolg des Franzosen Adrien  Boichis bei den Herren sowie dem Enduro-Weltcup und den Enduro Open ging  am Sonntag das erste Vierfach-Event der Saison der WHOOP UCI Mountain Bike  World Series in Saalfelden Leogang zu Ende. Mehr als 20.000 Fans, 820  Athlet:innen aus 43 Nationen und packende Entscheidungen in Cross-Country  Olympic, Short Track, Downhill und Enduro machten das Weltcup-Wochenende in  Österreichs größter Bike-Region Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn erneut  zu einem Mountainbike-Fest der Superlative.

Saalfelden Leogang hat seinem Ruf als einer der wichtigsten Mountainbike-Standorte im internationalen Rennkalender einmal mehr alle Ehre gemacht. Vier Tage lang stand die Region ganz im Zeichen der WHOOP UCI Mountain Bike World Series – mit Weltcupentscheidungen in Downhill, Cross-Country Olympic, Short Track und Enduro, großen Emotionen und tausenden Fans.

Am Sonntag gehörte die Bühne den olympischen Cross-Country-Bewerben. Bei den Elite-Damen wurde das Rennen zur neuerlichen Schlammschlacht: Regen, Matsch, Stürze und schwierige Bedingungen verlangten den Fahrerinnen alles ab. Jenny Rissveds ließ sich davon nicht beirren. Nach einer turbulenten Startphase übernahm Rissveds früh das Kommando bestimmte das Rennen von Beginn an, fuhr über weite Strecken in einer eigenen Liga und spulte ihr Tempo auf der technisch und physisch anspruchsvollen Strecke beeindruckend konstant ab. Nach mehreren zweiten Plätzen in Saalfelden Leogang gelang ihr damit auf der olympischen Distanz der lang ersehnte erste Sieg an diesem Weltcup-Standort. 

Hinter Rissveds entwickelte sich ein intensiver Kampf um die weiteren Podestplätze. Vorjahres-Doppelsiegerin Puck Pieterse (NED) und Alessandra Keller (SUI) lieferten sich über mehrere Runden ein enges Duell, ehe sich die Niederländerin in der Schlussphase entscheidend absetzen konnte. Keller durfte sich als Dritte dennoch über einen besonderen Meilenstein freuen: Für die Schweizerin war es bereits die 20. Podiumsplatzierung im Weltcup.

Aus österreichischer Sicht zeigte Mona Mitterwallner eine starke Leistung. Die Tirolerin machte kontinuierlich Boden gut und kämpfte sich in der Schlussphase noch in die Top Ten. „Ich bin nicht da, wo ich sein möchte, aber ich habe mir gedacht, ich muss vor allem beim Heimweltcup alles zeigen, was ich habe, und eine gute Performance hinlegen“, resümierte Mitterwallner nach dem Rennen. Laura Stigger erwischte zunächst einen starken Start, verlor nach Problemen im Wald jedoch den Anschluss und musste in weiterer Folge kontinuierlich Boden preisgeben. Letztlich landete sie auf Rang 27. Auch XCC-Siegerin Sina Frei hatte im Rennen zu kämpfen und landete nach mehreren Stürzen und einem Reifenwechsel auf Rang neun.

Boichis jubelt, Riley rückt nach – Bair mit Karrierebestleistung
Mehr Sonnenschein, aber nicht weniger Spannung gab es anschließend bei den Herren. Das Rennen entwickelte sich auf den finalen Runden zu einem französisch geprägten Katz-und-Maus-Spiel an der Spitze. Mathis Azzaro, Luca Martin und Adrien Boichis lieferten sich einen packenden Dreikampf und gingen zu dritt in die finale der sechs Runden. Dort belauerten sich die drei zunächst, ehe Boichis am finalen Anstieg zu einem brutalen Antritt ansetzte. Mit seiner Attacke riss er die entscheidenden Lücken auf und fuhr schließlich zu seinem ersten Weltcupsieg. Dahinter schien zunächst ein rein französisches Podium möglich, doch nach dem Rennen kam es noch zu einer entscheidenden Änderung im Ergebnis: Der zweitplatzierte Mathis Azzaro wurde wegen falscher Linienwahl in der Tech Zone, einer neuen Regel in dieser Saison, disqualifiziert. Davon profitierten der US-Amerikaner Bjorn Riley, der auf Rang drei vorrückte und Luca Martin (FRA), der nun den zweiten Rang einnehmen konnte. Es ist das nächste Leogang-Podium, nachdem er am Freitag auf Rang drei gelegen hatte und die Weltcup-Gesamtführung für den Franzosen.

Bester Österreicher wurde Mario Bair auf Rang 18. Für ihn bedeutete dieses Resultat zugleich sein bislang bestes Weltcupergebnis und einen starken Auftritt vor heimischem Publikum: „Vor Heimpublikum, meinen Eltern, nach diesem schwierigen Jahr und auf dieser anspruchsvollen Strecke ist es einfach nur unglaublich, mein bestes Weltcupergebnis eingefahren zu haben“, so Bair. Max Foidl hatte zu Beginn des Rennens eine engagierte Vorstellung gezeigt und sich zunächst in der vorderen Verfolgergruppe gehalten, landete letztlich hinter Bair auf Rang 23. 

Embacher bestätigt starke Form – Deutscher Schehl feiert perfektes Leogang-Wochenende
Bereits am Vormittag hatte Katrin Embacher aus österreichischer Sicht für einen starken Auftakt in den Cross-Country-Tag gesorgt. Nach ihrer Podestplatzierung im Cross Country-Short Track bestätigte sie auch auf der olympischen Distanz ihre Form und fuhr im U23-Rennen der Damen auf Rang vier. Den Sieg sicherte sich die italienische Weltcupführende Valentina Corvi. Rang zwei ging an Fiona Schibler. Rang drei an Monique Halter. Bei den U23-Herren durfte Paul Schehl über ein perfektes Leogang-Wochenende jubeln: Nach seinem Sieg im Cross Country Short Track legte der Deutsche auch am Sonntag nach und feierte damit sein erstes Weltcup-Double. Die weiteren Ränge gingen an zwei Franzosen: Alix Andre-Gallis und Nael Rouffiac.

RESÜMEE: Mehr als 20.000 Fans und 820 Athlet:innen aus 43 Nationen
Mit den Cross-Country-Olympic-Entscheidungen ging am Sonntag ein besonderes Jubiläumswochenende in Saalfelden Leogang zu Ende. Mehr als 20.000 Zuschauer:innen kamen an den Veranstaltungstagen in die Region, allein am Downhill-Samstag wurden rund 15.000 Fans gezählt. Insgesamt kämpften 820 Athlet:innen aus 43 Nationen um Weltcup-Punkte und Podestplätze. Pro Tag waren rund 350 freiwillige Helfer:innen im Einsatz, gemeinsam mit allen Mitarbeiter:innen waren täglich mehr als 500 Personen mit der Abwicklung der Veranstaltung beschäftigt.

Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung von Saalfelden Leogang im internationalen Mountainbike-Kalender. Der EPIC Bikepark Leogang feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen, der Weltcup machte bereits zum 15. Mal in der Region Station. 

Die langfristige Zusage bis mindestens 2030 schafft Planungssicherheit für die Weiterentwicklung des Weltcup-Standorts. „Durch die fixe Zusage sind nachhaltige Investitionen möglich. In diesem Jahr haben wir nach Rücksprache mit den Athlet:innen rund 200.000 Euro in die Cross-Country-Strecke investiert – unter anderem in Steinfelder und spezielle Rasengitter, damit auch bei Schlechtwetter spannende und faire Rennen möglich sind. Diese Adaptionen sind sehr positiv aufgenommen worden und passieren auch schon mit Blick auf die WM 2028“, so Marco Pointner, CEO der Saalfelden Leogang Touristik GmbH und Veranstalter der WHOOP UCI Mountainbike World Series.

Neben den sportlichen Entscheidungen sorgten zahlreiche Sideevents, Signing Sessions sowie die Expo & Team Area für Stimmung abseits der Rennstrecken. „Wir geben seit Jahren alles, um für Fans, Athlet:innen und Teams ein außergewöhnliches Event auf die Beine zu stellen. Dass wir erneut so viele Mountainbike-Begeisterte begrüßen durften, ist eine großartige Bestätigung für die harte Arbeit aller Beteiligten“, so Kornel Grundner, Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen GmbH und Veranstalter der WHOOP UCI Mountainbike World Series.

Mit dem Jubiläum des EPIC Bikepark Leogang, dem 15. Weltcup-Gastspiel und der langfristigen Perspektive bis mindestens 2030 setzte Saalfelden Leogang an diesem Wochenende ein weiteres starkes Ausrufezeichen.

Alle Ergebnislisten
www.mtb-weltcup.at