24. August 2019

Marlene Südtirol Sunshine Race

Gunn-Rita Dahle-Flesjå und Stephane Tempier siegen in Nals

Marlene Südtirol Sunshine Race 2016
Marlene Südtirol Sunshine Race
Marlene Südtirol Sunshine Race

Gunn-Rita Dahle-Flesjå und Stephane Tempier heißen die Sieger der 16. Ausgabe des Marlene Südtirol Sunshine Race in Nals. Während Dahle-Flesjå als große Favoritin ins Rennen gegangen war, hatten die Experten Tempier trotz guter Leistungen in den letzten Rennen nicht ganz oben auf dem Favoritenzettel gehabt. Trotzdem fuhr der Franzose dem Feld in der dritten Runde davon und einen weitgehend ungefährdeten Sieg vor dem Italiener Luca Braidot und dem deutschen Mitfavoriten Manuel Fumic ein. Dahle-Flesjå hatte ihr Rennen dagegen von Beginn an dominiert und gewann heute mit einem Rekordvorsprung von 5.41 Minuten vor der Österreicherin Elisabeth Osl und der Slowenin Tanja Zakelj. Dahle-Flesjå hat mit ihrem heutigen Triumph Eva Lechner in der ewigen Bestenliste von Nals hinter sich gelassen und führt diese nun mit fünf Siegen an.

Das Marlene Südtirol Sunshine Race in Nals hat auch in diesem Jahr seinem Namen alle Ehre gemacht. Bei strahlendem Sonnenschein gingen die Athletinnen und Athleten heute auf den fünf Kilometer langen Rundkurs, der als einer der anspruchsvollsten in der gesamten Cross-Country-Szene gilt. In diesem Jahr war er zudem mit zusätzlichen Sprüngen gespickt worden, um das Rennen noch spektakulärer zu gestalten.
Für Hochspannung sorgten dabei vor allem die Herren, die den Rundkurs in Nals heute sieben Mal zu bewältigen hatten. Am Ende triumphierte der 30-jährige Franzose Stephane Tempier in einer Gesamtzeit von 1.40:41 und einem Vorsprung von 1.06 Minuten auf den fünf Jahre jüngeren Italiener Luca Braidot. Auf Platz drei landete der deutsche Routinier Manuel Fumic, der sich auf dem allerletzten Kilometer noch Lokalmatador Gerhard Kerschbaumer überholen konnte. Dabei hatte das Rennen für Tempier zunächst alles andere als gut begonnen. Gleich zu Beginn hatte sich der Italiener Mirko Tabacchi vom Feld absetzen und einen Vorsprung von rund 20 Sekunden herausfahren können. Schon in Runde zwei war indes das Rennen für einen der großen Favoriten, für Marco Aurelio Fontana nach einem Vorderrad-Platten vorbei. Tempiers Chance kam in Runde drei, als er im Anstieg antrat und Tabacchi einholte. „Ich konnte in diesem Anstieg ein kleines Loch reißen“, so Tempier, „und habe mir dann gedacht: gib einfach alles und schau, was herauskommt“. Herausgekommen ist zunächst ein Vorsprung von rund einer halben Minute, den Tempier von Runde zu Runde ausbauen und schließlich weitgehend ungefährdet heimfahren konnte. Erst in der fünften von sieben Runden fiel dagegen die Vorentscheidung um Platz zwei, als Luca Braidot seine Verfolger loswerden konnte. Noch spannender war dagegen der Kampf um Platz drei: In der letzten Runde musste der Kolumbianer Jhonnatan Botero Villagas seinem hohen Tempo Tribut zollen und das Duo Fumic/Kerschbaumer ziehen lassen. Letztendlich war es der 34-jährige Deutsche, der noch aufs Podium fuhr, Gerhard Kerschbaumer musste sich mit Rang vier begnügen.
Einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg gab’s dagegen bei den Damen. Schon in der Startrunde fuhr die viermalige Nals-Siegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjå ihren Konkurrentinnen auf und davon, um mit einem 30-sekündigen Vorsprung auf den engen und kurvenreichen Nachtigallen-Uphill einzubiegen. Von Runde zu Runde wuchs dieser um jeweils rund eine Minute an, sodass Dahle-Flesjå bei einer Gesamtzeit von 1.44:57 letztendlich 5.41 Minuten Vorsprung auf die Österreicherin Elisabeth Osl und 6:50 Minuten auf die Slowenin Tanja Zakelj herausgefahren hatte. „Ich wollte das Rennen heute schnell angehen, weil ein schneller Start auch bei Weltcuprennen oder Großereignissen notwendig ist, wenn man vorne dabei sein will“, so Dahle-Flesjå. „Auf den letzten Runden habe ich dann Tempo herausgenommen, um ein bisschen Energie zu sparen“, erklärte die Norwegerin, die mit fünf Siegen die erfolgreichste Fahrerin in der Geschichte des Marlene Südtirol Sunshine Race ist. Hinter Dahle-Flesjå fuhr heute Elisabeth Osl ein einsames Rennen auf Platz zwei, während der Kampf um Platz drei bis zur letzten der fünf Rennrunden spannend blieb. Erst auf dieser konnte die Slowenin Tanja Zakelj mit der Schweizerin Katrin Leumann im Schlepptau zur bis dahin drittplatzierten Südtirolerin Lisa Rabensteiner und Chiara Teocchi aufschließen und ihren Konkurrentinnen auf den allerletzten Kilometern noch davonfahren.
In den Junioren-Kategorien gab’s heute zwei italienische Tagessieger. Bei den Herren setzte sich Edoardo Xillo durch, bei den Damen Martina Berta. Xillo konnte dabei die Chance nutzen, die ihm ein besserer Startplatz geboten hatte. „Das Ranking ist ajouriert worden, ich konnte also weiter vorne starten und fahren, wie ich wollte“, so Xillo, den vor allem der harte Anstieg in Nals beeindruckt hat. Martina Berta hatte dagegen anfangs mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. „Ich hatte auf der ersten Runde Probleme mit der Kette und erst als diese behoben waren, konnte ich Platz um Platz aufholen“, so Berta nach dem Rennen.
Insgesamt waren in diesem Jahr fast 800 Athletinnen und Athleten aus nicht weniger als 17 Nationen beim Marlene Südtirol Sunshine Race in Nals am Start. In der Nationenwertung führt Italien nach 16 Ausgaben und insgesamt 32 Rennen mit elf Siegen (sechs bei den Damen, fünf bei den Herren) vor Norwegen mit fünf und der Schweiz mit vier Siegen. Das Marlene Südtirol Sunshine Race war das dritte in der „Internazionali d’Italia Series“. Die Gesamtwertungen führen in dieser Rennserie Martina Berta und Antonio Folcarelli bei den Junioren sowie Chiara Teocchi und Stephane Tempier in der Eliteklasse an.

OK-Chef Florian Pallweber konnte heute jedenfalls ein überaus positives Fazit der 16. Auflage des Marlene Südtirol Sunshine Race ziehen: „Es war ein tolles Rennen mit würdigen Siegern und noch dazu ein sonniger Tag“, so Pallweber. Er sei froh, dass alles gut gelaufen sei und es keine Unfälle gegeben habe, vor allem angesichts der Bedeutung dieser Saison: „Ich wünsche den Athleten alles Gute für die weiteren internationalen Wettkämpfe, insbesondere für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.“

Wertung Herren (Ergebnisse auf sunshineracers-nals.it)
1. Stephane Tempier (FRA) BIANCHI COUNTERVAIL 1h39’44“
2. Luca Braidot (ITA) FORESTALE CICLI OLYMPIA VITTORIA +1’06“
3. Manuel Fumic (GER) CANNONDALE FACTORY RACING +1’15“
4. Gerhard Kerschbaumer (ITA) BIANCHI COUNTERVAIL +1’21“
5. Jhonnatan Botero Villagas (COL) KTM – PROTEK – DAMA +1’49“
6. Gioele Bertolini (ITA) TEAM NOB SELLE ITALIA +3’06“;
7. Mirko Tabacchi (ITA) FORESTALE CICLI OLYMPIA VITTORIA +3’26“
8. Hector Leonardo Paez Leon (COL) OLYMPIA POLIMEDICAL +4’29“
9. Daniele Braidot (ITA) FORESTALE CICLI OLYMPIA VITTORIA +4’32“
10. Nicholas Pettinà (ITA) FORESTALE CICLI OLYMPIA VITTORIA +4’54”

Wertung Damen (Ergebnisse auf sunshineracers-nals.it)
1. Gunn-Rita Dahle (NOR) MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM 1h44’57“
2. Elisabeth Osl (AUT) GHOST FACTORY RACING TEAM +5.41”
3. Tanja Zakelj (SLO) UNIOR TOOLS TEAM +6.50”
4. Chiara Teocchi (ITA) BIANCHI COUNTERVAIL +6.58”
5. Katrin Leumann (SUI) GOLDWURST POWER/SPUTNIK +7.01”
6. Lisa Rabensteiner (ITA) FOCUS XC TEAM UCI ELITE TEAM +7.57”
7. Alexandra Engen (SWE) GHOST FACTORY RACING TEAM +8.45”
8. Anna Oberparleiter (ITA) TEAM LAPIERRE – TRENTINO – ALÈ +9.42”
9. Margot Moschetti (FRA) CST SUPERIOR BRENTJENS MTB +10.15”
10. Serena Calvetti (ITA) TEAM CORRATEC-KEIT +13.08”

Statements Herren:
Stephane Tempier: „Ich habe heute vor allem mit Manuel Fumic als härtestem Widersacher gerechnet, aber bald gemerkt, dass er nicht so gute Beine hatte, weil er erst kürzlich das Etappenrennen Cape Epic bestritten hatte. Ich bin heute nicht schlecht gestartet und in der dritten Runde konnte ich im Anstieg ein kleines Loch reißen. Von da an habe ich mir gedacht: Gib einfach alles und schau, was herauskommt. Nals ist allerdings ein sehr hartes Rennen, vor allem der Anstieg ist der härteste der ganzen Saison. Weil er aber sehr jenem in Cairns ähnelt, ist das eine gute Generalprobe für den Weltcupauftakt. “

Luca Braidot: „Den Start habe ich heute total verschlafen, ich musste also zuerst einmal schauen, den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Danach lief’s wesentlich besser, allerdings war Tempier da schon weg. In der letzten Runde hatte ich zudem ein technisches Problem, sodass ich Angst hatte, noch von den anderen eingeholt zu werden. Zum Glück hat’s aber geklappt.“

Manuel Fumic: „Es ist zwar ein Podestplatz geworden, trotzdem bin ich mit dem Rennen aber nicht zufrieden, weil ich mir mehr vorgenommen hatte. Ich habe in den letzten Wochen viel trainiert und meine Beine waren wohl noch etwas müde, deshalb habe ich anfangs meinen eigenen Rhythmus gesucht. Das hieß aber auch, dass ich im Verlauf des Rennens von hinten nach vorne fahren musste. Das Tempo, das Tempier angeschlagen hat, war heute aber in jedem Fall zu hoch für mich.“

Gerhard Kerschbaumer, Vierter: „Es war mir wichtig in Nals vor den vielen Fans ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dieser vierte Platz tut nicht weh, denn ich spüre, dass ich gut in Form bin. Noch nie war ich zu Saisonbeginn so gut drauf. In der letzten Runde lag ich am Ende der Steigung noch an dritter Stelle, in der vorletzten Kurve nach der Abfahrt bin ich aber gestürzt und Fumic hat mich überholt. Es fehlt mir noch ein bisschen die Spritzigkeit, aber die kommt mit den Rennen.“

Hubert Pallhuber, sportlicher Leiter italienische MTB-Nationalmannschaft: „Meine Aufgabe in Nals war es das Rennen zu beobachten, um mir im Hinblick auf die Olympischen Spiele von Rio de Janeiro im August ein Bild über die Verfassung der einzelnen Athleten zu machen. Am 22. Mai wird die neue Punktewertung des internationalen Verbandes UCI veröffentlicht. Dann werden wir wissen, wie viele Athleten wir nominieren können. Dann muss ich auch meine Wahl treffen, wer alles mitfahren darf.“

Statements Damen
Gunn-Rita Dahle: „Das in Nals ist einfach ein großartiges Rennen: die Sonne, die vielen Zuschauer, die Top-Bedingungen. Ich fühle mich hier einfach wohl und hatte heute noch dazu viel, viel Speed in meinen Beinen. Dass ich in meinem Alter immer noch auf diesem Level fahren kann, hat meines Erachtens zwei Gründe: zum einen ist es meine unbändige Leidenschaft für diesen Sport, zum anderen ist es mein Mann und Trainer, der mich Tag für Tag pusht. Diese Kombination macht diese Leistungen möglich und das Rennen in Nals ist immer ein wichtiger Gradmesser, weil es Aufschluss darüber gibt, wie gut das Renngefühl in den einzelnen Passagen ist und das kann ich dann auf andere Wettkämpfe übertragen.“

Elisabeth Osl: „Mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden, mit meiner Leistung weniger. Ich habe mich heute nicht besonders gut gefühlt, die Haxen drehen einfach nicht so, wie sie es in der letzten Woche getan haben. Aber das große Ziel in dieser Saison sind die Olympischen Spiele in Rio und da muss ich jetzt schauen, mich zu qualifizieren.“

Tanja Zakelj: „Mein Start heute war alles andere als optimal, ich war schon am Anfang ziemlich weit zurück. Ich habe mir eigentlich auch keine großen Hoffnungen mehr gemacht, weil ich nicht geglaubt habe, dass sich das noch ausgehen könnte. In der letzten Runde habe ich aber noch einmal alle Kräfte mobilisiert und es hat sich gelohnt. Die Saison kann so weitergehen.“

WERTUNGEN: sunshineracers-nals.it/marlene-suedtirol-sunshine-race/ergebnisse.html

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